WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 26 von 244
A08 · Beteiligungs- und Repräsentationsdesign#
Governance-Canvas Wahrnehmen und Abgrenzen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-03 · EXT-PUB-03 · EXT-PUB-05 · EXT-PUB-06 Beteiligung so gestalten, dass Betroffene, Wissensträger:innen, Entscheider:innen und fehlende Stimmen angemessen in Analyse und Entscheidung eingehen.
Verbindlicher Output Beteiligungsplan mit Zweck, Stufe, Auswahl, Barrierenabbau, Entscheidungseinfluss, Rückmeldung und Schutz.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn Auftrag, Grenze, Legitimität, Evidenz oder Beteiligung vor Beginn geklärt werden müssen. Nicht geeignet Nicht als Ersatz für Fachanalyse oder als nachträgliche Legitimation einer bereits feststehenden Entscheidung verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A04. Querschnitt zu B–H.
Vorgehen#
1. Beteiligungszweck je Phase definieren.
2. Betroffenengruppen und Machtasymmetrien aus A04 übernehmen.
3. Informations-, Konsultations-, Mitgestaltungs- oder Mitentscheidungsstufe festlegen.
4. Zugangsbarrieren und Schutzbedarf berücksichtigen.
5. Einfluss auf Entscheidung und Rückmeldung verbindlich machen.
6. Repräsentativität und Überforderung evaluieren.
Leitfragen#
Wozu wird beteiligt – Information, Wissen, Legitimität oder Entscheidung?
Welchen realen Einfluss hat die Beteiligung?
Wer kann teilnehmen und wer wird strukturell ausgeschlossen?
A08 · Beteiligungs- und Repräsentationsdesign – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Matrix Beteiligte × Phase × Beteiligungsstufe × Rechte; ergänzt um Rückmelde- und Schutzschleife.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Beteiligung hat klaren Entscheidungseinfluss.
Aufwand und Risiken für Betroffene werden berücksichtigt.
Ergebnisse und Nichtübernahmen werden rückgemeldet.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Scheinpartizipation beschädigt Vertrauen.
Nicht jede Entscheidung kann delegiert werden; Verantwortung bleibt benannt.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-03 · EXT-PUB-03 · EXT-PUB-05 · EXT-PUB-06. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.