WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 25 von 244

A07 · Entscheidungskontext- und Komplexitätscheck#

PDF-Fassung

Diagnose / Auswahlmethode Wahrnehmen und Abgrenzen Version 1.0 · Quellen: INT-03 · EXT-SYS-11 · EXT- SYS-01 · EXT-SYS-03 Bestimmen, ob eine Situation überwiegend klar, kompliziert, komplex, chaotisch oder widersprüchlich ist und welche

Vorgehen#

Verbindlicher Output Kontextklassifikation mit passender Kombination aus Analyse, Expertise, Experiment, Schutz und Krisenintervention.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn Auftrag, Grenze, Legitimität, Evidenz oder Beteiligung vor Beginn geklärt werden müssen. Nicht geeignet Nicht als Ersatz für Fachanalyse oder als nachträgliche Legitimation einer bereits feststehenden Entscheidung verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A01–A03. Nachfolger: Methodenauswahlmatrix und H02.

Vorgehen 1. Entscheidungsgegenstand und Dynamik beschreiben.

2. Kausalität, Wiederholbarkeit, Zeitdruck und Datenlage bewerten.

3. Grad der Akteurs- und Zielkonflikte bestimmen.

4. Kontext vorläufig klassifizieren. 5. Passende Methodik und Entscheidungstakt wählen.

6. Klassifikation nach neuen Signalen überprüfen.

Leitfragen#

 Ist Ursache–Wirkung vorab erkennbar oder erst im Rückblick?

 Brauchen wir Analyse, Expert:innenurteil, sichere Experimente oder Sofortschutz?

 Welche Veränderung des Kontexts würde die Methode unpassend machen?

A07 · Entscheidungskontext- und Komplexitätscheck – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Fünf-Felder-Kontextkarte mit empfohlenen Handlungslogiken und Warnung vor Übertragung einer Logik auf den falschen Kontext.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Kontext wird nicht als Etikett, sondern als Arbeitshypothese genutzt.

 Komplexe Lagen werden durch sichere Experimente erschlossen.

 Chaotische Lagen priorisieren Schutz und Stabilisierung.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Komplexität darf nicht zur Ausrede für Beliebigkeit werden.

 Komplizierte Fachfragen nicht unnötig „agilisieren“.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-03 · EXT-SYS-11 · EXT-SYS-01 · EXT-SYS-03. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.