WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 24 von 244
A06 · Evidenz- und Annahmenregister#
Dokumentationsmethode Wahrnehmen und Abgrenzen Version 1.0 · Quellen: INT-02 · INT-03 · EXT-IMP-06 · EXT-IMP-21 · EXT-SYS-11 Wissen, Schätzungen, normative Setzungen, Hypothesen und Unsicherheiten getrennt dokumentieren und über den Prozess fortschreiben. Verbindlicher Output Versioniertes Register mit Aussage, Typ, Evidenzstufe E0–E5, Quelle, Unsicherheit, Verantwortlichen und Prüfdatum.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn Auftrag, Grenze, Legitimität, Evidenz oder Beteiligung vor Beginn geklärt werden müssen. Nicht geeignet Nicht als Ersatz für Fachanalyse oder als nachträgliche Legitimation einer bereits feststehenden Entscheidung verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Querschnittsmethode für alle Phasen. Speist C06, D06, E10 und H07.
Vorgehen#
1. Zentrale Aussagen und Modellannahmen extrahieren.
2. Jede Aussage als Datenpunkt, Beobachtung, Hypothese, Wertentscheidung oder Prognose klassifizieren.
3. Evidenzstufe und Quellenqualität bewerten.
4. Unsicherheit, Sensitivität und mögliche Verzerrung angeben.
5. Prüf- oder Lernaktivität zuweisen. 6. Register bei jedem Gate aktualisieren.
Leitfragen#
Was wissen wir, was vermuten wir und was bewerten wir?
Welche Annahme würde bei Widerlegung die Entscheidung kippen?
Wo erzeugt scheinbare Präzision falsche Sicherheit?
A06 · Evidenz- und Annahmenregister – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Tabellarisches Register; Farbcodierung der Evidenzstufen E0–E5; separate Spalten für normative Entscheidung und empirischen Befund.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Jede entscheidungsrelevante Annahme hat Eigentümer:in und Prüfdatum.
Unsicherheit bleibt im Ergebnis sichtbar.
Normative Setzungen werden nicht als empirische Tatsachen ausgegeben.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Register nicht zur Ablage degradieren. Viele Quellen ersetzen keine Quellenkritik.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-02 · INT-03 · EXT-IMP-06 · EXT-IMP-21 · EXT-SYS-11. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.