WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 35 von 244
B08 · Wirkungsordnungen-Landkarte#
Folgenanalyse Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-02 · INT-03 · EXT- SYS-01 · EXT-IMP-01 Unmittelbare, indirekte und strukturverändernde Wirkungen erster, zweiter und dritter Ordnung unterscheiden. Verbindlicher Output Zeitlich und kausal geordnete Landkarte mit direkten Zustandsänderungen, Folgewirkungen und Veränderungen von Regeln oder Handlungspfaden. Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.
Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B04. Nachfolger: C01, C10, D09.
Vorgehen#
1. Auslöser und direkte Wirkung bestimmen.
2. Indirekte Folgen über andere Akteure/Systeme ergänzen.
3. Veränderungen von Regeln, Erwartungen, Macht und Standardsetzung identifizieren.
4. Zeit, Reichweite und Betroffene ergänzen.
5. Gegenwirkungen und Rückkopplungen markieren.
6. Kritische Wirkungsordnungen priorisieren.
Leitfragen#
Welche Wirkung verändert nicht nur Zustand, sondern künftige Entscheidungen?
Welche indirekte Wirkung ist größer als der direkte Effekt?
Wann kehrt eine Folge als Rückwirkung zurück?
B08 · Wirkungsordnungen-Landkarte – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Drei konzentrische Ringe oder drei Zeithorizonte: 1. Ordnung direkt, 2. Ordnung vermittelt, 3. Ordnung strukturverändernd.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Wirkungsordnungen sind kausal begründet. Zeit und Empfänger sind angegeben. Transformation wird nicht mit großem Output verwechselt.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Dritte Ordnung nicht inflationär behaupten.
Fernwirkungen als Hypothesen kennzeichnen.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-02 · INT-03 · EXT-SYS-01 · EXT-IMP-01. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.