WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 34 von 244

B07 · Externalitäten- und Kostenverlagerungskarte#

PDF-Fassung

Wirkungsdiagnose Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-09 · EXT-SYS-16 · EXT-IMP-25 · EXT-NORM-15 Unsichtbare ökologische, soziale, gesundheitliche, demokratische und zeitliche Kosten sowie Nutzen entlang von Akteuren und Lebenszyklus sichtbar machen.

Verbindlicher Output Karte der internen und externalisierten Wirkungen mit Trägern, Empfängern, Zeit und möglicher Rückführung.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.

Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B01–B04. Nachfolger: D08, E06, F13.

Vorgehen#

1. Aktivität und Wertschöpfungsstufen bestimmen.

2. Private Kosten/Nutzen und gesellschaftliche Wirkungen trennen.

3. Kosten- und Nutzenempfänger zuordnen. 4. Räumliche und zeitliche Verlagerung markieren.

5. Monetarisierbare und nicht monetarisierbare Wirkungen unterscheiden.

6. Rückkopplungs- und Internalisierungsoptionen sammeln.

Leitfragen#

 Welche Kosten trägt nicht der Entscheider?

 Welche positive Systemleistung bleibt unbezahlt?

 Welche Kosten entstehen erst nach Bilanz- oder Legislaturperioden?

B07 · Externalitäten- und Kostenverlagerungskarte – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Flusskarte vom Verursacher über Wirkpfade zu Kosten-/Nutzenempfängern; Zeitachse und „unsichtbar im Preis“-Markierung.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Verlagerung wird konkreten Empfängern zugeordnet.

 Monetarisierung ist optional und transparent.

 Nicht monetäre Grenzen bleiben erhalten.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Nicht alles Wertvolle lässt sich seriös monetarisieren.

 Doppelerfassung entlang der Kette vermeiden.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-09 · EXT-SYS-16 · EXT-IMP-25 · EXT-NORM-15. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.