WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 37 von 244
B10 · Systemhebel-Analyse#
Priorisierungsmethode Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-03 · EXT-SYS-02 · EXT-SYS-15 Interventionspunkte nach Tiefe, Reichweite, Umsetzbarkeit, Risiken und Lernpotenzial identifizieren und nicht mit bloß zentralen Variablen verwechseln.
Verbindlicher Output Priorisierte Hebelliste von Parametern über Informationsflüsse und Regeln bis zu Zielen und Paradigmen.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.
Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B04–B06. Nachfolger: C10, E02, F04.
Vorgehen#
1. Systemkarte und gewünschte Zustandsänderung festlegen.
2. Mögliche Hebel auf verschiedenen Tiefen sammeln.
3. Wirkmechanismus und Reichweite je Hebel beschreiben.
4. Risiko, Verzögerung, Macht und Umsetzbarkeit bewerten.
5. Hebelkombinationen statt Einzelmaßnahmen entwickeln.
6. Experiment- oder Strategievorschläge ableiten.
Leitfragen#
Verändert der Hebel nur einen Parameter oder die Entscheidungslogik?
Welche Gegenmacht oder Rückkopplung schwächt ihn?
Welche Kombination schützt vor Nebenwirkungen?
B10 · Systemhebel-Analyse – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Hebeltreppe nach Meadows: Parameter, Puffer, Flüsse, Verzögerungen, Rückkopplungen, Information, Regeln, Selbstorganisation, Ziele, Paradigmen.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Hebel wird durch Mechanismus, nicht durch Beliebtheit begründet.
Tiefe und praktische Umsetzbarkeit werden getrennt bewertet.
Hebelpakete enthalten Monitoring.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Hohe Netzwerkzentralität ist kein Wirkungsbeweis.
Paradigmenwechsel ohne Übergangspfad bleibt Symbolik.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-03 · EXT-SYS-02 · EXT-SYS-15. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.