WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 38 von 244

B11 · Engpass- und Reverse-Merit-Analyse#

PDF-Fassung

Nichtkompensationsanalyse Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-06 · INT-07 · EXT- SYS-02 · EXT-NORM-02 Das schwächste relevante Wirkungsfeld, eine harte Mindestbedingung oder den systemischen Engpass bestimmen, der den Gesamterfolg begrenzt.

Verbindlicher Output Engpassprofil mit Mindestbedingungen, FinalScore-Logik und Redesignpriorität.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.

Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A05, D07. Nachfolger: F03, E07, H02.

Vorgehen#

1. Kernwirkungsfelder und Mindestbedingungen definieren.

2. Indikatoren oder qualitative Kriterien je Feld bewerten.

3. Negative und grenznahe Felder markieren.

4. Nichtkompensierbare Engpässe bestimmen.

5. Ursache und Verbesserungsoption des Engpasses analysieren.

6. Gesamtentscheidung am Engpass ausrichten.

Leitfragen#

 Welches Feld begrenzt das Gesamtsystem?  Was darf durch gute Werte an anderer Stelle nicht kompensiert werden?

 Ist der Engpass technisch, sozial, rechtlich oder institutionell?

B11 · Engpass- und Reverse-Merit-Analyse – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Radar oder Tabellenprofil; niedrigster zulässiger Wert bestimmt Freigabe. Rote Linie zeigt Mindestgrenze.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Mindestbedingungen sind vor Bewertung festgelegt.

 Engpasslogik ist nachvollziehbar.  Redesign richtet Ressourcen auf den begrenzenden Faktor.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Ein Minimumoperator ohne faire Benchmarks kann Akteure überfordern.

 Kritische Felder nicht durch zu grobe Aggregation verstecken.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-06 · INT-07 · EXT-SYS-02 · EXT-NORM-02. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.