WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 96 von 244
G04 · Kultur-, Verhaltens- und Anreizlandkarte#
Kulturdiagnose Bedingungen gestalten Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-03 · EXT-MGT-07 · EXT-MGT-08 · EXT-MGT-10 Untersuchen, welche formellen und informellen Signale tatsächliches Verhalten fördern und ob sie mit dem Wirkungsauftrag übereinstimmen. Verbindlicher Output Kultur- und Anreizprofil mit Verstärkern, Widersprüchen, Ritualen und Veränderungshebeln.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn organisatorische Strukturen, Führung, Kultur, Macht, Anreize oder Kompetenzen die Wirkung begrenzen. Nicht geeignet Nicht zur Individualisierung struktureller Probleme oder zur moralischen Bewertung von Mitarbeitenden verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: G01/G02. Nachfolger: G05–G08/H01.
Vorgehen#
1. Gewünschte wirkungsrelevante Verhaltensweisen beschreiben.
2. Tatsächliche Routinen und Geschichten sammeln.
3. Vergütung, Ziele, Status, Zeit und Sanktionen kartieren.
4. Widersprüche zwischen Botschaft und Signal identifizieren.
5. Hebel in Regeln, Vorbildern, Ritualen und Ressourcen entwickeln.
6. Wirkung und Nebenwirkungen beobachten.
Leitfragen#
Was wird tatsächlich belohnt? Welche schlechte Nachricht ist karriereschädlich?
Welches Ritual reproduziert alte Machtlogik?
G04 · Kultur-, Verhaltens- und Anreizlandkarte – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Vier Ebenen: sichtbares Verhalten, Routinen, Anreize/Macht, Grundannahmen; Pfeile zeigen Verstärkung.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Kultur wird über Bedingungen, nicht Schuldzuweisung analysiert.
Anreize und informelle Statussysteme sind enthalten.
Veränderung ist beobachtbar.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Kultur nicht als „Mindsetproblem“ der Mitarbeitenden individualisieren.
Symbolkampagnen ohne Anreizänderung vermeiden.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-03 · EXT-MGT-07 · EXT-MGT-08 · EXT-MGT-10. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.