WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 97 von 244

G05 · Macht-, Abhängigkeits- und Entscheidungsraumanalyse#

PDF-Fassung

Governance- und Gerechtigkeitsanalyse Bedingungen gestalten Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-10 · EXT-SYS-18 · EXT-PUB-06 · EXT-MEDIA-08 Sichtbare und unsichtbare Macht, Ressourcenabhängigkeiten, Vetos, Agenda-Setting und Ausschlüsse in Wirkungssystemen analysieren. Verbindlicher Output Machtlandkarte mit Quellen, Abhängigkeiten, Schutzrisiken, Gegenmacht und Governanceoptionen.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn organisatorische Strukturen, Führung, Kultur, Macht, Anreize oder Kompetenzen die Wirkung begrenzen. Nicht geeignet Nicht zur Individualisierung struktureller Probleme oder zur moralischen Bewertung von Mitarbeitenden verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A04/E08/G04. Nachfolger: G06/E09/H08.

Vorgehen#

1. Entscheidungen und relevante Ressourcen bestimmen.

2. Formale Rechte und informelle Einflussquellen kartieren.

3. Abhängigkeiten und Vetopunkte analysieren.

4. Betroffene ohne Macht sichtbar machen.

5. Missbrauchs- und Konzentrationsrisiken bewerten.

6. Transparenz, Gegenmacht und Begrenzung gestalten.

Leitfragen#

 Wer kann Wirkung definieren, messen und sanktionieren?

 Welche Abhängigkeit verhindert Widerspruch?

 Welche Gegenmacht ist legitim und wirksam?

G05 · Macht-, Abhängigkeits- und Entscheidungsraumanalyse – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Netzkarte mit Knotenstärke, Ressourcenflüssen, Vetos und fehlender Stimme; separate Legitimitätsdimension.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Macht wird nicht nur als Hierarchie verstanden.

 Legitimität und Einfluss werden getrennt.

 Schutz vor Vergeltung ist vorgesehen.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Analyse nicht zur Personalisierung komplexer Strukturen missbrauchen.

 Transparenz allein begrenzt Macht nicht.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-10 · EXT-SYS-18 · EXT-PUB-06 · EXT-MEDIA-08. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.