Grundbegriff
Intergenerationelles Dilemma
Ein intergenerationelles Dilemma entsteht, wenn heutige Vorteile oder vermiedene Kosten zu Lasten von Menschen in späteren Zeiträumen gehen, die an der gegenwärtigen Entscheidung nicht gleichberechtigt beteiligt sind.
Auf einen Blick
- Einordnung: Grundbegriff im Bereich Grundbegriff.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungsrisiko, Wirkungspotenzial, positive Netto-Wirkung.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Solche Dilemmata können sich über lange Zeiträume, große Entfernungen und komplexe Wirkpfade entfalten. Betroffen sind etwa ökologische Regenerationsfähigkeit, öffentliche Infrastruktur, Staatsfinanzen oder institutionelle Vertrauensgrundlagen. Kurzfristige Gewinne können deshalb mit langfristigen Risiken verbunden sein, die im aktuellen Preis oder Mandat nicht sichtbar sind.
Der Begriff setzt nicht voraus, alle Zukunft präzise berechnen zu können. Er verlangt, bekannte Unsicherheiten, irreversible Schäden und Schutzgrenzen in Entscheidungen angemessen zu berücksichtigen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Die WÖk erweitert den relevanten Wirkungsraum über Gegenwart und unmittelbare Vertragspartner hinaus. Positive Netto-Wirkung wird an SDGs, Agenda 2030 und SDG+ beurteilt; nicht kompensierbare Schäden und Wirkungsgrenzen dürfen nicht durch kurzfristige Vorteile aufgerechnet werden.
Verwendung
Verwendung
Nicht als Vorwurf an gegenwärtige Menschen verwenden. Gemeint ist eine strukturelle Repräsentations- und Rückkopplungslücke zwischen heutigen Entscheidungen und späteren Folgen.
Abgrenzung
Abgrenzung
- demografie
- personenbewertung
- prognose
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Intergenerationelles Dilemma“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise