Physikalische Kennzahl
Physikalischer Wirkungsgrad
Der physikalische Wirkungsgrad beschreibt bei einer Energie- oder Leistungsumwandlung das Verhältnis von nutzbar abgegebener zu zugeführter Energie oder Leistung.
Auf einen Blick
- η vergleicht nutzbar abgegebene mit zugeführter Energie oder Leistung.
- Die Kennzahl zeigt technische Umwandlungsverluste innerhalb einer klaren Systemgrenze.
- Sie bewertet keine soziale, ökologische, demokratische oder finanzielle Wirkung.
- Für positive Netto-Wirkung pro Einsatz ist der wirkungsökonomische Wirkungsgrad der präzisere Begriff.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Der physikalische Wirkungsgrad wird üblicherweise als η = nutzbare abgegebene Energie oder Leistung geteilt durch zugeführte Energie oder Leistung angegeben. Er zeigt Umwandlungsverluste und wird häufig als Zahl zwischen 0 und 1 oder als Prozentwert dargestellt. Er bewertet nicht, ob die Anwendung sozial, ökologisch, demokratisch oder wirtschaftlich positive Wirkung erzeugt.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Der physikalische Wirkungsgrad ist für die Wirkungsökonomie ein wichtiger Sachwert, etwa bei Energie- und Ressourceneinsatz. Er ist aber nur ein möglicher Einflussfaktor: hohe Energieeffizienz ist nicht gleich positive Netto-Wirkung.
Verwendung
Verwendung
Für Motoren, Anlagen, Energieumwandlung oder technische Prozesse verwenden. Nicht als Kurzform für gesellschaftliche, ökologische oder fiskalische Wirkung verwenden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad
- Fiskalischer Wirkungsgrad
- Effizienz
- positive Netto-Wirkung
Rechenlogik
Technische Umwandlungsformel
η = nutzbar abgegebene Energie oder Leistung / zugeführte Energie oder Leistung
η beschreibt den Anteil der zugeführten Energie oder Leistung, der im definierten Prozess als nutzbar abgegebene Energie oder Leistung verfügbar ist.
Die Formel gilt nur für die jeweils definierte Umwandlung und Systemgrenze.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Was die Kennzahl zeigt
Die Kennzahl zeigt, welcher Anteil der zugeführten Energie oder Leistung als nutzbare Energie oder Leistung verfügbar wird. Nicht nutzbare Anteile erscheinen im betrachteten Prozess als Verluste.
- Beispielhafte Formel: η = nutzbare abgegebene Energie oder Leistung / zugeführte Energie oder Leistung.
- Die Aussage gilt immer nur für die definierte Umwandlung und Systemgrenze.
- Ein hoher Wert spricht für geringe technische Umwandlungsverluste, nicht für eine umfassende Wirkungsbewertung.
Grenze zur Wirkungsökonomie
Eine technisch effiziente Anlage kann dennoch negative oder gemischte Wirkungen haben, etwa durch Rohstoffe, Standortfolgen, Verteilung, Rebound oder politische Pfadabhängigkeiten. Deshalb ergänzt die Wirkungsökonomie den technischen Wert um die Frage nach positiver Netto-Wirkung.
- Physikalischer Wirkungsgrad beantwortet eine technische Umwandlungsfrage.
- Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad beantwortet eine Bewertungsfrage über positive Netto-Wirkung und Einsatz.
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