Wirkungsökonomische Verhältniskennzahl

Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad

Der wirkungsökonomische Wirkungsgrad setzt eine bewertete positive Netto-Wirkung ins Verhältnis zu einem klar benannten Einsatz, etwa Geld, Zeit, Energie, Material oder institutioneller Kapazität.

Wirkungsökonomische VerhältniskennzahlStand / Version 1.0

Auf einen Blick

  • Der Zähler ist bewertete positive Netto-Wirkung; der Nenner ist ein ausdrücklich benannter Einsatz.
  • Der Einsatz kann Geld, Zeit, Energie, Material oder institutionelle Kapazität sein.
  • Vergleichbarkeit verlangt gleiche Zielgrößen, Bilanzgrenzen, Zeithorizonte und nachvollziehbare Zurechnung.
  • IOI und fiskalischer Wirkungsgrad sind Spezialisierungen mit festgelegtem Kapital- beziehungsweise öffentlichem Mitteleinsatz.

Definition

Was der Begriff zusätzlich aussagt

Der wirkungsökonomische Wirkungsgrad ist eine Verhältniskennzahl der Wirkungsökonomie. Formelhaft: bewertete positive Netto-Wirkung geteilt durch klar benannten Einsatz. Er ist nicht auf Geld beschränkt und hat keine einheitliche Universalformel. Eine Rechnung ist nur dann nachvollziehbar und vergleichbar, wenn Zielzustand, Referenz, Bilanzgrenze, Zeithorizont, Zurechnung, Nebenwirkungen, Datenqualität und der Umgang mit nicht kompensierbaren Schäden offengelegt sind.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Der Begriff macht Wirkungseffizienz prüfbar, ohne Wirkung mit Output, Reichweite oder bloßem Wirkungspotenzial zu verwechseln. Eine hohe Kennzahl ist keine automatische Priorisierung: Nichtkompensation, Grundrechte, demokratische Abwägung und Reverse Merit Order bleiben eigenständige Schutz- und Steuerungsfragen.

Verwendung

Verwendung

Den Begriff verwenden, wenn positive Netto-Wirkung tatsächlich bewertet und der Einsatz ausdrücklich benannt ist. Nicht verwenden, wenn nur ein mögliches Potenzial, eine Leistung oder eine Reichweite vorliegt.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Physikalischer Wirkungsgrad
  • Fiskalischer Wirkungsgrad
  • Impact-of-Investment / IOI
  • Wirkungspotenzial
  • Effizienz
  • Reichweite

Rechenlogik

Wirkungsökonomische Verhältnisformel

η=NW+A

Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad = bewertete positive Netto-Wirkung / klar benannter Einsatz

Der Einsatz kann zum Beispiel Geld, Zeit, Energie, Material oder institutionelle Kapazität sein.

Vergleiche sind nur bei gleicher Zielgröße, Bilanzgrenze, Zeitbezug und nachvollziehbarer Zurechnung belastbar.

Vertiefung

Vertiefte Begriffsstruktur

Rechenbar, aber nicht beliebig präzise

Der Wirkungsgrad kann genauer berechnet werden, wenn die Rechenlogik vollständig bestimmt ist. Präzise erscheint nicht durch eine Zahl allein, sondern durch nachvollziehbare Annahmen und eine überprüfbare Wirkungsbilanz.

  • Zähler: bewertete positive Netto-Wirkung, einschließlich relevanter negativer Wirkungen und Grenzen der Verrechnung.
  • Nenner: der konkret benannte Einsatz, zum Beispiel Geld, Zeit, Energie, Material oder institutionelle Kapazität.
  • Vergleiche nur bei gleichen Bilanzgrenzen, Zeithorizonten, Zielgrößen und nachvollziehbarer Zurechnung ziehen.

Spezialisierungen

Die Kennzahl wird enger, sobald ihr Nenner festgelegt wird.

  • Impact-of-Investment / IOI: positive Netto-Wirkung pro investiertem Kapital.
  • Fiskalischer Wirkungsgrad: positive Netto-Wirkung pro öffentlichem Euro.
  • Ein einzelner Fall kann in beide Kategorien fallen, etwa eine öffentliche Investition. Die Begriffe benennen dann unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Rechnung.