Wirkungsökonomische Verhältniskennzahl
Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad
Der wirkungsökonomische Wirkungsgrad beschreibt die Intensität einer dokumentierten positiven Netto-Wirkung je klar benanntem Einsatz. Seine Einheit muss immer sichtbar bleiben, sofern Zähler und Nenner nicht dieselbe Einheit haben.
Auf einen Blick
- Der Zähler ist eine dokumentierte Netto-Wirkungsgröße mit klarer Einheit; der Nenner ist ein ausdrücklich benannter Einsatz.
- Der Einsatz kann Geld, Zeit, Energie, Material oder institutionelle Kapazität sein.
- Eine Kennzahl mit unterschiedlichen Einheiten ist eine Wirkungsintensität, keine dimensionslose Universalrangliste.
- IOI und fiskalischer Wirkungsgrad sind monetäre Spezialisierungen mit Kapital- beziehungsweise öffentlichem Mitteleinsatz in Euro.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Der wirkungsökonomische Wirkungsgrad ist ein Oberbegriff für klar definierte Wirkungsintensitäten. Formelhaft wird eine dokumentierte Netto-Wirkungsgröße ΔZ mit ihrer Einheit U durch einen klar benannten Ressourceneinsatz R geteilt. Das kann etwa Tonnen CO₂ je Megawattstunde, WÖk-Netto-Wirkungsindex-Punkte je Arbeitsstunde oder Euro-Nettonutzen je Euro Kapital sein. Nur im letzten Fall ist die Kennzahl dimensionslos. Eine Rechnung ist nur dann nachvollziehbar und vergleichbar, wenn Zielzustand, Referenz, Einheit, Bilanzgrenze, Zeithorizont, Zurechnung, Nebenwirkungen, Datenqualität und der Umgang mit nicht kompensierbaren Schäden offengelegt sind.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Der Begriff macht Wirkungseffizienz prüfbar, ohne Wirkung mit Output, Reichweite oder bloßem Wirkungspotenzial zu verwechseln. Eine hohe Kennzahl ist keine automatische Priorisierung: Nichtkompensation, Grundrechte, demokratische Abwägung und Reverse Merit Order bleiben eigenständige Schutz- und Steuerungsfragen.
Verwendung
Verwendung
Den Begriff verwenden, wenn positive Netto-Wirkung tatsächlich bewertet und der Einsatz ausdrücklich benannt ist. Nicht verwenden, wenn nur ein mögliches Potenzial, eine Leistung oder eine Reichweite vorliegt.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Physikalischer Wirkungsgrad
- Fiskalischer Wirkungsgrad
- Impact-of-Investment / IOI
- Wirkungspotenzial
- Effizienz
- Reichweite
Rechenlogik
Wirkungsökonomische Intensitätsformel
Wirkungsintensität_U = dokumentierte Netto-Wirkungsgröße ΔZ_U / klar benannter Ressourceneinsatz R
U benennt die Wirkungsgröße und ihre Einheit, etwa vermiedene Tonnen CO₂, gesund verbrachte Lebensjahre oder WÖk-Netto-Wirkungsindex-Punkte. Nur bei gleicher Einheit im Zähler und Nenner entsteht eine dimensionslose Verhältniszahl; sonst ist die Einheit ausdrücklich mit auszuweisen.
Vergleiche sind nur bei gleicher Zielgröße, Einheit, Bilanzgrenze, Zeitbezug und nachvollziehbarer Zurechnung belastbar. Eine qualitative Bilanz bildet keinen Quotienten.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Rechenbar, aber nicht beliebig präzise
Der Wirkungsgrad kann genauer berechnet werden, wenn die Rechenlogik vollständig bestimmt ist. Präzise erscheint nicht durch eine Zahl allein, sondern durch nachvollziehbare Annahmen und eine überprüfbare Wirkungsbilanz.
- Zähler: dokumentierte Netto-Wirkungsgröße mit einer ausdrücklich genannten Einheit; Schutzgrenzen begrenzen die Verrechnung.
- Nenner: der konkret benannte Einsatz, zum Beispiel Geld, Zeit, Energie, Material oder institutionelle Kapazität.
- Vergleiche nur bei gleichen Einheiten, Bilanzgrenzen, Zeithorizonten, Zielgrößen und nachvollziehbarer Zurechnung ziehen.
Spezialisierungen
Die Kennzahl wird enger, sobald ihr Nenner festgelegt wird.
- Impact-of-Investment / IOI: monetär bewerteter direkter Nettonutzen in Euro je investiertem Euro.
- Fiskalischer Wirkungsgrad: monetär bewerteter direkter Nettonutzen in Euro je öffentlichem Euro.
- Ein einzelner Fall kann in beide Kategorien fallen, etwa eine öffentliche Investition. Die Begriffe benennen dann unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Rechnung.
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