Oberbegriff für Verhältniskennzahlen
Wirkungsgrad
Wirkungsgrad bezeichnet zunächst ein Verhältnis zwischen einem klar definierten Ergebnis und einem klar definierten Einsatz. Erst der Kontext bestimmt, was im Zähler und im Nenner steht.
Auf einen Blick
- Der Oberbegriff legt noch nicht fest, was als Ergebnis und was als Einsatz gezählt wird.
- Physikalischer Wirkungsgrad beschreibt technische Energie- oder Leistungsumwandlung.
- Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad beschreibt positive Netto-Wirkung im Verhältnis zu einem benannten Einsatz.
- Fiskalischer Wirkungsgrad begrenzt diesen Einsatz auf öffentliche Mittel.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Wirkungsgrad ist ein Oberbegriff für Verhältniskennzahlen. In der Physik vergleicht er nutzbare Energie oder Leistung mit zugeführter Energie oder Leistung. In der Wirkungsökonomie kann er positive Netto-Wirkung zu einem benannten Einsatz ins Verhältnis setzen. Die Begriffe meinen also nicht automatisch dasselbe und sind nur innerhalb eines offengelegten Bezugsrahmens vergleichbar.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Für die Wirkungsökonomie bleibt der Begriff bewusst offen: Vor jeder Rechnung müssen Zielzustand, Bilanzgrenze, Zeithorizont, Zurechnung und der konkrete Einsatz benannt werden. Ohne diese Angaben ist ein Wirkungsgrad keine belastbare Aussage über positive Netto-Wirkung.
Verwendung
Verwendung
Wirkungsgrad ohne Zusatz nur verwenden, wenn der Kontext eindeutig ist. Für Energieumwandlung ist physikalischer Wirkungsgrad präzise; für bewertete gesellschaftliche Wirkung wirkungsökonomischer Wirkungsgrad.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Physikalischer Wirkungsgrad
- Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad
- Fiskalischer Wirkungsgrad
- Impact-of-Investment / IOI
- Effizienz
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Eine Verhältniszahl braucht einen Rahmen
Ein Wirkungsgrad ist erst aussagekräftig, wenn Ergebnis, Einsatz, Einheit, Systemgrenze und Zeitraum feststehen. Gleiche Zahlen können verschiedene Dinge meinen, wenn etwa Energie, Geld, Zeit oder Material im Nenner stehen.
- Den Zähler benennen: Energie, Leistung, positive Netto-Wirkung oder eine andere klar definierte Größe.
- Den Nenner benennen: Energieeinsatz, investiertes Kapital, öffentliche Mittel, Zeit, Material oder ein anderer relevanter Einsatz.
- Bilanzgrenzen, Nebenwirkungen und Zurechnung offenlegen, bevor Werte verglichen werden.
Die drei fachlichen Varianten
Der allgemeine Oberbegriff hält die Definition offen. Die Präzisierung entscheidet, welche Frage beantwortet wird.
- Physikalischer Wirkungsgrad: nutzbare Energie oder Leistung im Verhältnis zur zugeführten Energie oder Leistung.
- Wirkungsökonomischer Wirkungsgrad: positive Netto-Wirkung im Verhältnis zu einem klar benannten Einsatz.
- Fiskalischer Wirkungsgrad: positive Netto-Wirkung im Verhältnis zu einem öffentlichen Euro.
Verknüpfungen