WÖk-Präzisierungsbegriff
Sorgearbeit
Sorgearbeit umfasst Tätigkeiten, die Menschen versorgen, pflegen, begleiten, erziehen, stabilisieren oder schützen.
Auf einen Blick
- Einordnung: WÖk-Präzisierungsbegriff im Bereich Feminismus, feministische Ökonomie und Care-Wirkung.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Care-Ökonomie, Reproduktive Arbeit, Wirkungswertschöpfung.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Sorgearbeit umfasst Pflege, Kinderbetreuung, Angehörigenpflege, Haushalt, emotionale Unterstützung, Begleitung, Nachbarschaftshilfe und soziale Stabilisierung.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Sorgearbeit erzeugt hohe Wirkung, wird aber in klassischen Märkten häufig schlecht bezahlt oder gar nicht als Arbeit anerkannt. In der WÖk ist Sorgearbeit ein zentraler Bereich von Wirkleistung.
Verwendung
Verwendung
Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkmechanismus und eingetretene Wirkung sauber unterscheiden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht als bloßes Schlagwort verwenden: „Sorgearbeit“ braucht Kontext, Bilanzgrenze und Prüffrage.
- Nicht mit einer fertigen Bewertung verwechseln: Der Begriff ordnet ein, er entscheidet nicht automatisch.
- Nicht von Datenqualität trennen: Als WÖk-Präzisierungsbegriff bleibt er nur belastbar, wenn Quelle, Bedeutung und Grenze sichtbar sind.
Mythos und Klärung
Wirkungsökonomische Einordnung
Mythos
Sorgearbeit ist keine echte wirtschaftliche Leistung.
WÖk-Klärung
Sie erzeugt Gesundheit, Teilhabe, Stabilität, Bildung und Vertrauen.
Blinder Fleck
Unbezahlte Sorgearbeit fällt aus klassischen Wertschöpfungsrechnungen heraus.
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Sorgearbeit“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
Verknüpfungen