Wirkpfadbegriff
Wirkmechanismus
Ein Wirkmechanismus beschreibt, wie eine Wirkung entstehen soll oder entstehen kann.
Auf einen Blick
- Einordnung: Wirkpfadbegriff im Bereich Grundbegriff.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Auslöser, Wirkstoff, Wirkungspotenzial.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Wirkmechanismen beschreiben die vermuteten oder empirisch untersuchten Prozesse zwischen Auslöser und Zustandsveränderung. Eine Preisänderung kann Kaufverhalten verändern, ein Algorithmus bestimmte Inhalte verstärken, eine Steuerdifferenz Lieferantenauswahl beeinflussen oder Desinformation Vertrauen schwächen.
Ein plausibler Mechanismus beweist nicht, dass die Wirkung in der erwarteten Stärke, Richtung oder bei den erwarteten Gruppen eintritt. Für starke Kausalaussagen braucht es passende Evidenz, eine klare Systemgrenze und die Prüfung alternativer Erklärungen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Die WÖk macht Wirkmechanismen sichtbar, um Wirkungspotenziale und -risiken früh zu prüfen. Sie trennt den Mechanismus von der späteren Wirkungsermittlung und Wirkungsbewertung.
Verwendung
Verwendung
Bei unsicherer Datenlage von plausiblem oder hypothesiertem Wirkmechanismus sprechen. Nicht aus einer Mechanismusbeschreibung auf eine eingetretene Wirkung schließen.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Wirkungsnachweis: Evidenz, dass eine Veränderung eingetreten und gegebenenfalls zurechenbar ist.
- Wirkungspotenzial: Möglichkeit einer Veränderung.
- Output: unmittelbare Leistung einer Aktivität.
- Wirkung
- Wirkstoff
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Wirkmechanismus“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
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