WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 10 von 23
8. Geschäftsmodellprüfung: Umsatz aus Wirkung oder aus Externalisierung?#
Bestehender Anschluss Was er heute leistet WÖk-Weiterentwicklung Vergleichsinstrument Wirkungsrückkopplung und Portfoliosteuerung CSDDD / Lieferkettenpflichten Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umwelt Lieferkettenwirkung als Kosten-, Vorsteuer- und Resilienzfaktor Banken / EBA ESG-Risiken Integration von ESG-Risiken in Kreditrisikomanagement Wirkungsrisiko als Kredit-, Zins- und Transformationskriterium Versicherungen / EIOPA Nachhaltigkeitsrisiken in Assets, Liabilities und Deckungsfragen Versicherbarkeit als Wirklichkeitsprüfung von Geschäftsmodellen 7. Wirkungsarchitektur im Unternehmen: vom Bericht zum Steuerungskreislauf Ein Unternehmen als Wirkungssystem braucht einen Kreislauf. Erstens: Wirkungsrelevante Daten werden erfasst.
Zweitens: Sie werden über WÖk-IDs, Benchmarks und Scorecards eingeordnet. Drittens: Sie werden in Entscheidungsgremien eingebracht. Viertens: Entscheidungen verändern Produkte, Prozesse, Einkauf, Investitionen oder Kommunikation. Fünftens: Die Folgen werden gemessen und in die nächste Entscheidung rückgekoppelt. Dieser Kreislauf ist nicht identisch mit klassischem Nachhaltigkeitsmanagement. Klassisches Nachhaltigkeitsmanagement hat oft Projektcharakter. Die WÖk-Wirkungsarchitektur ist ein Steuerungssystem. Sie verankert Wirkung dort, wo heute Budget, Risiko, Produktfreigabe, CapEx, Personalplanung und strategische Portfolioprüfung entschieden werden. Schritt
Mindestanforderung 1. Erkennen Welche Wirkungspotenziale und Wirkungsrisiken entstehen? Wirkungsradar, Stakeholder-/Wirkungsempfängeranalyse 2. Messen Welche Daten liegen vor und welche fehlen?
WÖk-ID-Mapping, ESRS-/GRI-/NACE- Brücke, Datenqualitätsstufen 3. Bewerten Wie wird die Wirkung am Referenzrahmen eingeordnet? Scorecard, rote Linien, Reverse Merit Order, NWI 4. Entscheiden Welche Managemententscheidung folgt daraus? Wirkungsfreigabe in Strategie, Produkt, Einkauf, Investition 5. Rückkoppeln Was hat sich tatsächlich verändert? T-SROI, Lernschleife, Audit, öffentliche Berichterstattung 8. Geschäftsmodellprüfung: Umsatz aus Wirkung oder aus Externalisierung? Die wichtigste Frage an ein Unternehmen lautet nicht: Wie groß ist es? Sondern: Woraus entsteht seine Wertschöpfung? Ein Geschäftsmodell kann positive Wirkung skalieren, neutrale Versorgung leisten oder negative Wirkung monetarisieren. Diese Unterscheidung ist für die WÖk grundlegend.
Ein Unternehmen erzielt positive Geschäftsmodellwirkung, wenn seine Kernprodukte und Dienstleistungen reale Probleme lösen, ohne rote Linien zu verletzen. Neutrale Geschäftsmodelle stellen Versorgung bereit, ohne relevante negative oder positive Systemwirkung. Negative Geschäftsmodelle erzielen Einkommen aus Schäden:
Umweltzerstörung, Übernutzung, Suchtlogik, Desinformation, Ausbeutung, Sicherheitsrisiken, Manipulation oder demokratischer Destabilisierung. Die Geschäftsmodellprüfung ist deshalb ein Frühwarnsystem. Sie zeigt, ob Transformation durch Optimierung möglich ist oder ob ein Geschäftsmodell selbst zum Stranded Asset wird. Ein fossiles Geschäftsmodell wird nicht durch einzelne ESG-Maßnahmen zukunftsfähig, wenn der Kernumsatz auf klima- und systemschädlicher Wirkung beruht. Ein Plattformgeschäft wird nicht durch Diversity-Berichte positiv, wenn sein Kernalgorithmus Polarisierung und Suchtverhalten monetarisiert. Geschäftsmodelltyp
WÖk-Folge Wirkungsskalierer Kernumsatz entsteht aus Lösungen für Mensch, Planet oder Demokratie. Kapitalzugang, Steuerentlastung, Förderfähigkeit, positive Reputation Transformationsfähiger Bestand Heute ambivalent, aber mit realistischem Übergangsplan, T-SROI, CapEx-