WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 13
Ausgangsdiagnose: Warum Wirkung Governance braucht#
Wirkungsmessung ist machtvoll. Sobald Scores, Benchmarks oder Indikatoren in Steuern, Finanzierung oder öffentliche Entscheidungen eingehen, entstehen Anreize, diese Messlogik zu beeinflussen. Das ist kein Sonderproblem der Wirkungsökonomie; es gilt für jede Kennzahl. Was relevant wird, wird umkämpft.
Deshalb braucht die Wirkungsökonomie eine Institution, die nicht selbst politischer Akteur im parteipolitischen Sinn ist, aber demokratisch verantwortlich bleibt. Sie muss wissenschaftliche Qualität sichern, ohne Expertokratie zu erzeugen. Sie muss Wirtschaft einbinden, ohne Unternehmensinteressen zu dominieren. Sie muss Zivilgesellschaft beteiligen, ohne Aktivismus zur alleinigen Norm zu machen.
Risiko Wirkungsökonomische Gefahr Governance-Antwort Lobbyismus Benchmarks werden zugunsten starker Branchen verwässert Offenlegung, Rotation, Cooling-off, öffentliche Konsultation Greenwashing/Impact-Washing Positive Wirkung wird simuliert Assurance, Reverse Merit Order, Datenqualitätsklassen Technokratie Messung ersetzt demokratische Bewertung Parlamentarische Kontrolle, Rechtsschutz, normative Grenzen Datenmissbrauch Wirkungsdaten werden zur Personenbewertung Datenschutz, keine Social-Credit-Logik, Zweckbindung