WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 42 von 118

3.2 Die Betroffenheitswelle#

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Betroffenheit entsteht, wenn ein sichtbarer Zustand für Akteure relevant wird. In der Kommunikationsfassung erscheint sie oft als Emotion. In Märkten erscheint sie als Preis, Risiko, Nachfrage oder Kostenbelastung. In Institutionen erscheint sie als Legitimitätsdruck. In sozialen Räumen erscheint sie als Alltagserfahrung, Unsicherheit oder Teilhabeverlust. Die Betroffenheitswelle ist wichtig, weil sie die Brücke zwischen Information und Handlung bildet. Menschen handeln selten allein, weil Daten existieren. Unternehmen ändern selten allein wegen abstrakter Berichte ihre Praxis. Politik reagiert selten allein auf das Vorhandensein eines Problems. Handlung entsteht, wenn ein Zustand den eigenen Wirkungsraum berührt.

Diese Welle muss ernst genommen, aber nicht romantisiert werden. Betroffenheit kann aufklären und Verantwortung erzeugen. Sie kann aber auch instrumentalisiert werden, wenn Angst, Schuld, Kränkung oder Statusverlust strategisch genutzt werden.

Quellenbezug: [I1], [I2], [I10]