Kollaps der zivilisation systemr… · Onlinefassung · Abschnitt 3 von 23

Abstract#

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Die Debatte über einen möglichen „Kollaps der Zivilisation“ wird häufig entweder apokalyptisch aufgeladen oder psychologisch entschärft. Beides greift zu kurz. Kollaps ist für eine moderne Gesellschaft nicht erst der Moment, in dem Stromnetze, Versorgung oder staatliche Ordnung sichtbar ausfallen. Kollaps beginnt dort, wo die Fähigkeit zur Selbstkorrektur erodiert: Wahrheit wird unzuverlässig, Institutionen verlieren Vertrauen, Grundrechte werden nur noch formal, aber nicht mehr wirksam geschützt, und ökologische sowie soziale Krisen können nicht mehr demokratisch bearbeitet werden.

Für Deutschland lässt sich diese Perspektive konkretisieren. Der Bezugsrahmen ist nicht ein abstraktes Bild von „Zivilisation“, sondern die Bundesrepublik als verfasster Grundrechtsstaat. Eine plausible Kollapsschwelle wäre erreicht, wenn mindestens eines der Grundrechte aus Art. 1 bis 19 Grundgesetz nicht mehr nur punktuell verletzt wird, sondern auf absehbare Zeit strukturell nicht mehr gewährleistet werden kann. Gemeint ist nicht jede einzelne Rechtsverletzung und auch nicht jede rechtmäßige Grundrechtsbeschränkung, sondern der Verlust staatlicher Fähigkeit, Grundrechte im Kern zu schützen, durchzusetzen und korrigierbar zu halten.

Die Wirkungsökonomie setzt früher an. Sie fragt nicht erst, wann eine Grundrechtsgarantie ausfällt. Sie fragt, welche sozialen, ökologischen, ökonomischen, medialen, digitalen und institutionellen Wirkungsrisiken diese Garantie schrittweise gefährden. Damit wird