Partei der verwundbarkeit afd pr… · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 20

Wissenschaft: Angriff auf Korrekturfähigkeit#

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Eine resiliente Gesellschaft braucht Wissenschaftsfreiheit, offene Debatte, methodische Vielfalt und die Fähigkeit, sich selbst zu korrigieren. Die AfD greift genau diese Korrekturfähigkeit an.

Im Wissenschaftsteil fordert das Programm unter anderem, Gender-Studien abzuschaffen. Es erklärt Genderstudien größtenteils zur politischen Ideologie und will über Zielvereinbarungen mit Universitäten Einfluss nehmen. Auch Postkolonialismus wird als „keine Wissenschaft“ bezeichnet; das Programm spricht sogar von politisch motivierter „Vernichtung der Wissenschaft“.

Natürlich darf man wissenschaftliche Felder kritisieren. Wissenschaft lebt von Kritik.

Aber Kritik ist etwas anderes als politische Säuberung akademischer Felder nach weltanschaulicher Erwünschtheit. Der Punkt ist nicht, dass jede konkrete Studie gut wäre. Der Punkt ist, dass eine Landesregierung nicht nach ideologischem Geschmack entscheiden darf, welche Forschungsfragen legitim sind. Eine resiliente Wissensgesellschaft braucht mehr Korrekturfähigkeit, nicht weniger.

Sie braucht die Fähigkeit, blinde Flecken zu erkennen: Geschlechterungleichheit, koloniale Kontinuitäten, Machtstrukturen, Diskriminierung, kulturelle Prägungen, globale Abhängigkeiten, soziale Ungleichheit. Wer solche Forschungsfelder politisch delegitimiert, reduziert Erkenntnisfähigkeit.

Und Erkenntnisfähigkeit ist kein Kulturthema. Sie ist Innovationsinfrastruktur.