Systemresilienz statt nachhaltig… · Onlinefassung · Abschnitt 5 von 25

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Nachhaltigkeit ist einer der erfolgreichsten Begriffe der Gegenwart. Er steht in Unternehmensstrategien, politischen Programmen, Berichtspflichten, Finanzmarktprodukten, Lieferkettenstandards und Konsumentscheidungen. Gerade dieser Erfolg hat jedoch einen Preis: Der Begriff ist so breit geworden, dass er häufig eher Zustimmung organisiert als Entscheidungen steuert.

Für Unternehmen und Staaten lautet die entscheidende Frage nicht nur: Haben wir eine Nachhaltigkeitsstrategie? Die entscheidende Frage lautet: Bleiben unsere Lebens-, Wirtschafts- und Demokratiesysteme unter realen ökologischen, sozialen, technologischen und politischen Belastungen dauerhaft handlungsfähig? Erkennen sie Verwundbarkeiten früh? Können sie Schäden begrenzen? Kehren sie nach einer Störung in einen tragfähigen Bereich zurück? Lernen sie - oder reparieren sie nur?

Das ist eine Resilienzfrage. Aber auch der Begriff Resilienz ist missverständlich, solange nicht gesagt wird, welches System und welcher Zustand gemeint sind. Ein Machtapparat kann resilient sein. Ein fossiles Geschäftsmodell kann durch Subventionen, Infrastruktur und Abhängigkeiten sehr widerstandsfähig gegen

Veränderung werden. Ein schädlicher Zustand kann sich selbst stabilisieren. Resilienz ist deshalb nicht automatisch gut. Die Wirkungsökonomie präzisiert den Bezugspunkt: Nicht die Stabilität irgendeiner Ordnung ist das Ziel, sondern die langfristige Tragfähigkeit des gekoppelten Systems Mensch-Planet-Demokratie. Die SDGs und SDG+ bilden dafür den transparenten Referenzrahmen.