Systemresilienz statt nachhaltig… · Onlinefassung · Abschnitt 7 von 25
ökologischen Resilienz#
In der Resilienzforschung müssen mehrere Begriffe unterschieden werden. Der technische oder „Engineering“-Blick fragt vor allem, wie schnell ein System nach einer Störung zu einem Gleichgewicht zurückkehrt. Holling trennte bereits 1973 diese Stabilitätsfrage von ökologischer Resilienz: Ein System kann Schwankungen aufnehmen und seine grundlegenden Beziehungen erhalten, ohne schnell zu einem einzigen Ausgangspunkt zurückzukehren. Walker et al. fassten 2004 die sozial-ökologische Resilienz als Fähigkeit eines Systems, Störungen aufzunehmen und sich während einer Veränderung neu zu organisieren, während Funktion, Struktur, Identität und Rückkopplungen im Wesentlichen erhalten bleiben. Zugleich unterschieden sie Resilienz von Anpassungsfähigkeit und Transformationsfähigkeit: Anpassungsfähigkeit beeinflusst die Resilienz eines bestehenden Systems; Transformationsfähigkeit schafft ein grundsätzlich neues System, wenn das bisherige untragbar geworden ist. Der IPCC verwendet heute eine ähnliche systemische Definition für miteinander verbundene soziale, wirtschaftliche und ökologische Systeme: Sie sollen mit gefährlichen Ereignissen, Trends oder Störungen umgehen, reagieren oder sich reorganisieren und dabei wesentliche Funktionen, Identität und Struktur erhalten. Der IPCC ergänzt ausdrücklich, Resilienz sei dann eine positive Eigenschaft, wenn sie die Fähigkeit zu Anpassung, Lernen und/oder Transformation erhält.
Wissenschaftlich entscheidend: Resilienz ist kein Synonym für Unveränderlichkeit. Moderne Resilienz beschreibt das Zusammenspiel von Aufnehmen, Erhalten, Reorganisieren, Anpassen, Lernen und - wenn nötig - Transformieren. Die Wirkungsökonomie ergänzt die Frage nach der Richtung: Welche Funktionen sollen für wen erhalten werden, und welche Wirkungen dürfen nicht stabilisiert werden?