Wirkstoff narrative rechte frame… · Onlinefassung · Abschnitt 3 von 20

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In öffentlichen Debatten, sozialen Netzwerken, Talkshows, Threads und Kommentarspalten entsteht immer wieder ein Muster: Rechte Narrative werden nicht nur kritisiert, sondern nachgespielt, gespiegelt, ironisiert und scheinbar ins Absurde gedreht. Die Absicht ist oft antifaschistisch: Man will zeigen, wie brutal, lächerlich oder menschenverachtend rechte Erzählungen klingen, wenn man sie einmal umdreht.

Das Problem beginnt dort, wo die Absicht der Sprechenden nicht mehr die Wirkung des Gesagten kontrolliert.

Kommunikation wirkt nicht nur über den erklärten Zweck. Sie wirkt über Bilder, Begriffe, emotionale Assoziationen, Wiederholung und Vertrautheit. Genau deshalb kann ein Satz, der als Entlarvung gemeint ist, trotzdem als Aktivierung wirken. Wenn in einer öffentlichen Debatte immer wieder Begriffe wie Burkini, Beschneidung, Islam, Türkei, Zwang, fremde Kultur oder Frauenunterdrückung fallen, dann wird nicht nur ein rechtes Narrativ kritisiert. Es wird erneut in den Raum gestellt. Es bekommt Aufmerksamkeit. Es bekommt Klang. Es bekommt Wiedererkennbarkeit. Es wird wieder abrufbar.

Der entscheidende Punkt ist nicht: „Meint die Person es gut?“ Der entscheidende Punkt ist: „Welcher Wirkstoff wird kommunikativ freigesetzt?“

Genau hier hilft die Begriffswelt der Wirkungsökonomie. Rechte Narrative sind keine bloßen Meinungen, die man beliebig anfassen, wiederholen, wenden und widerlegen kann, ohne Nebenwirkungen zu erzeugen. Sie sind kommunikative Wirkstoffe (als didaktische Analogie). Wer sie ausspricht, verteilt sie. Wer sie wiederholt, erhöht ihre Verfügbarkeit. Wer sie in emotionalen Situationen wiederholt, steigert ihr Wirkungspotenzial.

Wirkstoff (didaktische Analogie), Wirkungspotenzial,