Arbeitspapier Doppelte Wesentlic… · Onlinefassung · Abschnitt 58 von 72
21. Datenmodell: vom IRO-Register zum Wirkungsdatenraum#
Ein IRO-Register ist der Kern der Wesentlichkeitsprüfung. Es listet die identifizierten Impacts, Risks und Opportunities. Damit es später steuerbar wird, muss es sauber strukturiert sein. Ein Stichwort wie „Klima“ reicht nicht. Es muss klar sein, welche Auswirkung gemeint ist, wer betroffen ist, welcher Wirkungsraum berührt wird, welche Daten vorliegen, wie schwer das Thema ist, welche finanzielle Rückwirkung möglich ist, welche Verantwortlichen zuständig sind und welche Entscheidung betroffen ist. Aus Sicht der Wirkungsökonomie ist ein IRO kein bloßer Berichtseintrag. Er ist der Anfang einer Wirkungskette. Er verbindet Auslöser, Wirkungsraum, Wirkungsempfänger, Daten, Bewertung, Maßnahme, Rückkopplung und Lernen. Je besser diese Verbindung dokumentiert wird, desto leichter kann daraus später ein Wirkungsdatenraum entstehen.
Feld im IRO-Register Inhalt Warum es wichtig ist IRO-ID Eindeutige Nummer, Version, Bezug zu ESRS-Thema und ggf. WÖk-ID Verhindert Verwechslungen und ermöglicht Audit-Trail IRO-Typ Impact, Risiko, Chance oder Kombination Trennt Inside-Out und Outside-In, ohne Zusammenhänge zu verlieren
Arbeitsfassung - Stand 04.06.2026 - Seite 27 Wirkungskette Auslöser → Zustand → Betroffene → Folge → Rückwirkung Macht aus Stichworten steuerbare Logik Wirkungsraum Produkt, Standort, Lieferkette, Markt, Region, Datenraum, Öffentlichkeit Zeigt, wo Wirkung entsteht und wo sie kontrollierbar ist Betroffene Beschäftigte, Lieferanten, Gemeinschaften, Kund:innen, Ökosysteme, künftige Generationen Verhindert, dass nur laute Stakeholder zählen Datenquellen Messwerte, Studien, Beschwerden, Audits, LCA, EPD, Statistik, Szenarien Sichert Nachvollziehbarkeit und Prüfpfad Datenqualität gemessen, geschätzt, modelliert, plausibilisiert, lückenhaft Verhindert Scheingenauigkeit Impact-Bewertung Schwere, Umfang, Irreversibilität, Wahrscheinlichkeit Bestimmt Impact Materiality Financial-Bewertung Kosten, Umsatz, Capex, Opex, Kapital, Versicherung, Risiko Bestimmt Financial Materiality Entscheidungsbezug Welche Freigabe, welches Budget, welcher Prozess, welches Ziel ändert sich? Macht Reporting zu Steuerung Ein Wirkungsdatenraum entsteht, wenn solche Informationen nicht in einzelnen Excel-Dateien oder Berichten liegen, sondern zweckgebunden, prüfbar und interoperabel nutzbar werden. Das bedeutet nicht, dass alle Daten zentral gesammelt werden müssen. Im Gegenteil: Ein guter Wirkungsdatenraum kann föderiert sein. Entscheidend ist, dass Daten auffindbar, versioniert, prüfbar, zugriffsberechtigt und für Entscheidungen nutzbar sind.
Für Unternehmen ist das besonders relevant, weil dieselben Daten mehrfach gebraucht werden. Eine Emissionszahl wird für CSRD, Kund:innen, Banken, Versicherungen, Produktpässe, Ausschreibungen, interne Investitionsentscheidungen und Risikomanagement benötigt. Ohne gemeinsames Datenmodell fragt jeder Bereich anders. Mit gemeinsamem Datenmodell kann ein Unternehmen einmal sauber erheben und mehrfach nutzen.