WÖMM 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 68
5. Die sechs gekoppelten Elemente#
Abbildung 5: Gesamtarchitektur des WÖMM Die sechs Elemente sind keine lineare Projektfolge. Sie sind gleichzeitig wirksam. Der Wirkungskompass setzt Richtung und Grenzen. Die Systemlandkarte verhindert, dass Organisationen nur ihre eigene Bilanz betrachten. Die Managementarchitektur ordnet die Gestaltungsfelder. Das Wirkungsrad macht aus Wirkung einen zyklischen Lernprozess.
Das Betriebssystem sorgt dafür, dass Verantwortlichkeiten, Daten und Entscheidungen dauerhaft verankert werden.
5.1 Wirkungskompass#
Der Wirkungskompass ist die normative und strategische Orientierung. Er beantwortet, welche Zustände verbessert werden sollen, welche Mindestbedingungen gelten und welche Schäden ausgeschlossen sind. Er besteht aus Mensch, Planet und Demokratie, dem Referenzrahmen SDGs/Agenda 2030/SDG+, organisationsspezifischen Wirkungszielen und verbindlichen Wirkungsgrenzen.
5.2 Systemlandkarte#
Die Systemlandkarte beschreibt nicht nur Stakeholder, sondern Beziehungen, Abhängigkeiten, Macht, Informationsflüsse, Ressourcen, Wirkungsempfänger, Resonanzräume, Zeitverzögerungen und Rückkopplungen. Sie macht sichtbar, wo eine Entscheidung Wirkung erzeugt und wo Folgen zurückkehren.
5.3 Managementarchitektur#
Die Managementarchitektur enthält zwölf Felder. Sie deckt den gesamten Weg von Unternehmenszweck und Strategie über Geschäftsmodelle, Innovation, Wertschöpfung, Führung, Markt und Kapital bis zu Risiko, Controlling, Governance und Transformation ab. Jedes Feld besitzt einen Managementauftrag, Entscheidungsgegenstände, Methoden, Ergebnisse und Kennzahlen.
5.4 Wirkungsrealisierungsarchitektur#
Die Wirkungsrealisierungsarchitektur schließt die Lücke zwischen einem überzeugenden Zielbild und der tatsächlich eingetretenen Wirkung. Sie übersetzt Strategie in dauerhaft verfügbare Fähigkeiten, Wertströme, Prozesse, Services, Operating Model, Daten, Technologie, Delivery, Change und Adoption. Erst damit wird aus einer Managementidee eine belastbare Organisationsleistung. Teilarchitektur Leitfrage Kernartefakte Capability Architecture Was muss das System dauerhaft können? Capability Map, Reifegrad, Abhängigkeiten, Fähigkeitslücken, Investment-Roadmap. Value Stream & Process Architecture Durch welche End-to-End-Abläufe wird Wirkung erzeugt? Wirkungswertströme, Prozessarchitektur, Service Blueprint, Prozess-KII, Kontrollen. Operating Model Architecture Wie greifen Rollen, Teams, Governance, Partner, Standorte und Anreize ineinander? Target Operating Model, Entscheidungsrechte, Teamzuschnitte, Interaktionsmodi. Data, Technology & AI Architecture Welche Informationen, Systeme, Schnittstellen und automatisierten Entscheidungen werden benötigt?
Datenprodukte, Data Lineage, Anwendungslandkarte, KI-Lebenszyklus, Human Oversight. Delivery & Benefits Architecture Durch welche Portfolios, Programme, Projekte und Produktinvestitionen wird Veränderung realisiert?
Transformationsportfolio, Roadmap, Abhängigkeiten, Nutzen- und Wirkungseigentümer.
Change & Adoption Architecture Wie werden Menschen und Institutionen befähigt, die neue Logik tatsächlich anzuwenden? Change Impact, Sponsorship, Kommunikation, Qualifizierung, Adoption, Verstetigung. Abbildung 6: Die Wirkungsrealisierungsarchitektur als geschlossene Kette von Mandat, Fähigkeiten, Betrieb, Veränderung und realisierter Wirkung. Realisierungsregel