WÖMM 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 11 von 68
7. Die Systemlandkarte#
7.1 Sieben Wirkungsräume#
Tabelle 8: Die sieben Wirkungsräume Wirkungsraum Managementrelevanz Produkt- und Nutzungsraum Wirkung des Angebots auf Nutzer:innen, Verhalten, Gesundheit, Sicherheit, Autonomie und Lebensqualität.
Arbeits- und Organisationsraum Arbeitsbedingungen, psychische Sicherheit, Kompetenzen, Führung, Gleichstellung, Sinn und Beschäftigungsfähigkeit.
Lieferketten- und Partnerraum Rohstoffe, Arbeit, Umwelt, Machtverteilung, Daten und Resilienz entlang der Wertschöpfung. Markt- und Branchenraum Wettbewerbsregeln, Standards, Preise, Innovation, Monopole, Markteintritt und Verdrängung. Sozial- und Regionalraum Kommunen, Infrastruktur, Verteilung, Teilhabe, Wohnen, Bildung, Kultur und regionale Entwicklung. Ökologischer Raum Klima, Wasser, Boden, Biodiversität, Ressourcen, Kreisläufe und Regenerationsfähigkeit. Öffentlichkeits- und Demokratieraum Wahrheit, Medienqualität, Sprache, Vertrauen, Datenmacht, Rechtsstaatlichkeit und Diskursfähigkeit.
7.2 Wirkungsempfänger und Mehrfachrollen#
Menschen und Institutionen können zugleich Wirkungsträger und Wirkungsempfänger sein. Beschäftigte produzieren ein Angebot und sind von Arbeitsbedingungen betroffen. Kund:innen nutzen ein Produkt und verändern durch Nutzung Markt- und Umweltzustände. Kommunen schaffen Infrastruktur und tragen zugleich Folgen von Verkehr, Wasserverbrauch oder Arbeitsmarktveränderungen. Das Modell vermeidet deshalb die einfache Trennung zwischen „Unternehmen“ und „Stakeholdern“.
7.3 Wirkungen erster, zweiter und dritter Ordnung#
Tabelle 9: Wirkungsordnungen im Management Ordnung Frage Managementbeispiel Erste Ordnung Was verändert sich unmittelbar? Eine energieeffiziente Maschine senkt den Strombedarf je Einheit. Zweite Ordnung Welche indirekten Folgen, Rebounds oder Verlagerungen entstehen? Niedrigere Betriebskosten erhöhen die Produktionsmenge; Material- und Transportwirkung steigen. Dritte Ordnung Welche Entscheidungsstrukturen, Regeln oder Erwartungen verändern sich? Der neue Standard verändert Beschaffung, Finanzierung, Branchenbenchmark und künftige Investitionen.
7.4 Zeit, Unsicherheit und Systemgrenzen#
Jede Systemlandkarte benennt mindestens drei Zeithorizonte: kurzfristige Betriebswirkung, mittelfristige Transformationswirkung und langfristige Generationen- oder Regenerationswirkung. Zudem wird angegeben, welche Wirkungen gemessen, modelliert, plausibilisiert oder unbekannt sind. Die Systemgrenze wird begründet. Eine enge Grenze kann für operative Entscheidungen sinnvoll sein, darf aber bekannte Folgen außerhalb der Grenze nicht unsichtbar machen.