WÖMM 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 20 von 68

8. Stakeholder, Markt und Öffentlichkeit#

PDF-Fassung

Unternehmen wirken nicht nur durch Produkte. Preise, Marketing, Plattformen, Lobbying, Datenpraktiken, Sprache und Marktmacht verändern Erwartungen, Zugang, Vertrauen und demokratische Räume. Dieses Feld erweitert Stakeholdermanagement um Resonanz, Informationsqualität, Macht und öffentliche Verantwortung.

Leitfrage Wie wirken unsere Markt- und Kommunikationspraktiken auf Kunden, Partner, Regionen, Öffentlichkeit und Wettbewerb?

Managementauftrag#

Beziehungen, Marktverhalten und Kommunikation so gestalten, dass sie Vertrauen, Fairness, Zugang und demokratische Qualität stärken.

Entscheidungsgegenstände#

Stakeholder- und Betroffenenbeteiligung Preis- und Zugangsmodelle Marketing- und Kommunikationsstandards Daten- und Plattformverantwortung Lobbying und politische Interessenvertretung Wettbewerbs- und Partnerschaftsverhalten

Standardprozess#

1. Ausgangszustand und Entscheidungsanlass klären 2. Wirkungsempfänger, Räume, Daten und Annahmen erfassen 3. Wirkungsgrenzen und Mindestanforderungen prüfen 4. Optionen entwickeln und Wirkpfade vergleichen 5. Entscheidung mit Verantwortlichkeit, Ressourcen und Rückkopplung dokumentieren 6. Wirkung beobachten, Nebenwirkungen prüfen und Entscheidung korrigieren

Methoden und Instrumente#

Tabelle 25: Methodenprofil - 8. Stakeholder, Markt und Öffentlichkeit Methode Einsatz Stakeholder-Wirkungsdialog Wird für Analyse, Gestaltung oder Entscheidung im Managementfeld eingesetzt. Resonanzprofil Wird für Analyse, Gestaltung oder Entscheidung im Managementfeld eingesetzt. Responsible-Marketing-Check Wird für Analyse, Gestaltung oder Entscheidung im Managementfeld eingesetzt. Marktmacht- und Zugangsanalyse Wird für Analyse, Gestaltung oder Entscheidung im Managementfeld eingesetzt. Public-Impact-Assessment Wird für Analyse, Gestaltung oder Entscheidung im Managementfeld eingesetzt. Partnerschafts-Canvas Wird für Analyse, Gestaltung oder Entscheidung im Managementfeld eingesetzt.

Verbindliche Ergebnisse#

Stakeholderarchitektur Kommunikations- und Lobbyingkodex Zugangs- und Fairnessplan Partnerschaftsportfolio öffentlicher Wirkungsbericht

Beispielhafte Key Impact Indicators#

Tabelle 26: KII-Beispiele - 8. Stakeholder, Markt und Öffentlichkeit KII / Steuerungsgröße Interpretation Vertrauen und Beschwerdequalität Wird mit Bezugspunkt, Zeitraum, Datenqualität, Zielwert und Entscheidungsregel dokumentiert. Zugang und Erschwinglichkeit Wird mit Bezugspunkt, Zeitraum, Datenqualität, Zielwert und Entscheidungsregel dokumentiert. Anteil transparenter politischer Kontakte Wird mit Bezugspunkt, Zeitraum, Datenqualität, Zielwert und Entscheidungsregel dokumentiert. Korrekturrate irreführender Aussagen Wird mit Bezugspunkt, Zeitraum, Datenqualität, Zielwert und Entscheidungsregel dokumentiert. Konzentrations-/Marktmachtindikatoren Wird mit Bezugspunkt, Zeitraum, Datenqualität, Zielwert und Entscheidungsregel dokumentiert. Qualität von Beteiligung und Konfliktlösung Wird mit Bezugspunkt, Zeitraum, Datenqualität, Zielwert und Entscheidungsregel dokumentiert.

Typische Fehlsteuerungen#

Stakeholder nur nach Einfluss priorisieren Kommunikation statt Wirkung optimieren Reichweite als Erfolg behandeln Lobbying vom Wirkungszweck entkoppeln Betroffenenbeteiligung ohne Entscheidungseinfluss Abschlusskriterium Das Managementfeld gilt nicht als etabliert, weil ein Dokument existiert. Es gilt als etabliert, wenn die Ergebnisse in realen Entscheidungen genutzt, Verantwortlichkeiten geklärt, Daten verfügbar, Wirkungsgrenzen beachtet und Lernschleifen nachweisbar geschlossen werden.

Erweiterung WÖMM 2.0: Ecosystem- und Plattformorchestrierung#

 Stakeholder werden nicht nur konsultiert, sondern als Mitwirkende, Wirkungsempfänger, Vetospieler, Wissensquellen und Träger gemeinsamer Fähigkeiten modelliert.

 Plattformen und Ökosysteme benötigen Regeln für Zugang, Daten, Machtbegrenzung, Nutzen- und Lastenteilung, Konfliktlösung, Wechsel und Exit.  Öffentliche Resonanz, Informationsqualität und demokratische Systemwirkung werden als eigene Managementdimensionen behandelt.