WÖMM 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 31 von 68

19. Portfolios, Programme, Projekte und Impact & Benefits Realization#

PDF-Fassung

Projekte liefern Veränderungsobjekte. Wirkung entsteht erst, wenn diese genutzt werden, Verhalten und Prozesse verändern, Nutzen stiften und reale Zustände verbessern. WÖMM trennt deshalb konsequent Delivery von Realisierung.

19.1 Die Realisierungskaskade#

Ebene Beispiel Prüffrage Deliverable Software, Anlage, Gesetz, Training, Bericht.

Ist das vereinbarte Ergebnis verfügbar und qualitätsgesichert? Output Bearbeitete Fälle, erzeugte Energie, geschulte Personen. Wird die Leistung tatsächlich erbracht? Nutzung System wird verwendet, Angebot wird angenommen. Nutzen Zielgruppen und Rollen die neue Möglichkeit? Adoption Verhalten, Entscheidungen und Routinen verändern sich. Ist die neue Logik im Alltag verankert? Nutzen Zeit, Qualität, Sicherheit, Versorgung oder Leistungsfähigkeit verbessern sich. Entsteht der erwartete Vorteil für Organisation und Empfänger? Netto-Wirkung Positive und negative Zustandsveränderungen unter Wirkungsgrenzen. Ist die Veränderung für Mensch, Planet und Demokratie netto positiv? Transformationswirkung Standards, Pfade, Märkte, Institutionen und künftige Entscheidungen verändern sich. Verändert die Initiative die Systemlogik nachhaltig?

19.2 Portfolio- und Programmarchitektur#

 Portfolios bündeln nicht möglichst viele Initiativen, sondern eine ausgewogene Folge aus Schutz, Verbesserung, Innovation, Capability-Aufbau und Rückbau.

 Programme organisieren zusammenhängende Veränderungen, Abhängigkeiten, Übergangszustände und gemeinsame Nutzen- und Wirkungsziele.  Projekte, Produktteams und Linienmaßnahmen werden nach ihrer tatsächlichen Delivery-Logik unterschieden und nicht künstlich vereinheitlicht.  Jede Initiative besitzt Sponsor, Delivery Owner, Benefits Owner, Wirkungseigentümer, Risk Owner und klare Übergabe in den Betrieb.  Kapazität wird als knappe Transformationsressource geführt; Change Fatigue und organisatorische Überlastung begrenzen das Portfolio.  Stoppen, Pause, Redesign, Rückbau und Nichtstart sind legitime Portfolioentscheidungen.

19.3 Wirkungsrealisierungsplan#

Pflichtbestandteil Inhalt Wirkungs- und Nutzenkette Verbindung von Deliverables, Nutzung, Adoption, Nutzen, Netto- und Transformationswirkung. Baseline und Zielwerte Ausgangszustand, Zielzustand, Benchmarks, Zeit und Verteilung.

Eigentümerschaft Verantwortliche für Nutzen und Wirkung über Projektende hinaus.

Mess- und Evidenzplan KII, Datenquellen, Attribution, Unsicherheit, Evaluation und unabhängige Prüfung. Adoptionsplan Rollen, Zielverhalten, Befähigung, Kommunikation, Widerstand und Verstetigung. Risiko und Nebenwirkung Rebound, Verlagerung, Missbrauch, Lock-in, Wirkungsgrenzen und Kontrollen.

Trigger und Entscheidungen Skalieren, korrigieren, stoppen, rückbauen oder neu bewerten.

Anschlussquellen: PMI: Benefits Realization Management Practice Guide · ISO 21500, 21502, 21503, 21504 und 21505 · PRINCE2/MSP/MoP als kompatible Deliverymodule