WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 244

1. Was das WÖMS ist#

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Das Wirkungsökonomische Methodensystem ist eine allgemeine Gestaltungs- und Steuerungslehre für komplexe Wirkungssysteme.

Es verbindet diagnostische, modellierende, bewertende, gestaltende, entscheidende, umsetzende und lernende Methoden. Sein Gegenstand ist nicht nur das Unternehmen. Gegenstand ist jede organisierte oder individuelle Handlung, die Zustände verändert und deren Folgen verantwortbar verstanden, bewertet und rückgekoppelt werden sollen.

Das WÖMS ist modular. Nicht jeder Fall benötigt alle Methoden. Vollständigkeit liegt in der verfügbaren Architektur und in klaren Auswahlregeln, nicht in der maximalen Methodenmenge pro Projekt. Ein kleiner lokaler Entscheidungscheck kann mit vier Methoden auskommen; eine regulatorische Systemtransformation kann mehrere Dutzend Methoden, Datenquellen und Beteiligungsformate benötigen.

1.1 Die vier Funktionen des Methodensystems#

 Erkenntnisfunktion: Zustände, Zusammenhänge, Betroffene, Unsicherheit und Macht sichtbar machen.

 Gestaltungsfunktion: Optionen, Angebote, Institutionen, Geschäftsmodelle und Übergänge entwickeln.

 Entscheidungsfunktion: Grenzen, Evidenz, Netto-Wirkung, Tragfähigkeit und Resilienz zusammenführen.

 Lernfunktion: Beobachtete Wirkung in Korrektur von Handlungen, Regeln, Annahmen und Zielen zurückführen.

1.2 Kein Anspruch auf vollständige Vorhersage#

Komplexe Systeme sind nicht vollständig prognostizierbar. Das WÖMS ersetzt die Kontrollillusion nicht durch eine Wirkungsillusion.

Es verlangt keine Gewissheit, sondern Transparenz über Annahmen, Unsicherheit, Schutz und Reversibilität. Je höher Unsicherheit und potenzielle Schwere, desto wichtiger werden sichere Experimente, Vorsorge, Frühwarnung, Beteiligung und Stop-Rechte. [EXT- SYS-01; EXT-SYS-03; EXT-SYS-11]