WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 8 von 244

3. Abgrenzung und Weiterentwicklung bestehender Modelle#

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Tabelle 4: Anschluss und eigenständige Weiterentwicklung Ansatz Stärke WÖMS-Weiterentwicklung St. Galler Management-Modell Integrative, systemorientierte Sprache für Organisation, Umwelt und Management. Erweitert den primären Bezugsrahmen um tatsächliche Zustandsveränderung, Nichtkompensation, Wirkungsempfänger, domänenübergreifende Anwendungen und operative Wirkungsrückkopplung. Business Model Canvas / Value Proposition Canvas Einfache, gemeinsame Visualisierung von Geschäftsmodell und Kundenwert. Macht aus Geschäftsmodellen Wirkungsmodelle: Betroffe ne außerhalb des Kundenverhältnisses, Lebenszyklus, Systemeffe kte, Grenzen, KII, Evidenz und Lernen sind integrale Felder. Design Thi nking / Double Diamond Menschenzentrierte Exploration, Divergenz/Konvergenz, Prototyping. Ergänzt Systemdiagnose, Planet/Demokratie, Rechte, negative Wirkung, Entscheidungstore und langfristige Lernschleifen. Balanced Scorecard / OKR Verknüpft Strategie mit mehrdimensionalen Zielen und Kennzahlen. Ersetzt bloße Perspektivenbalance durch KII, Wirkungsgrenzen, Empfängerverteilung, NWI/T-SROI und Gegenkennzahlen. Theory of Change / Logic Model Macht Interventionslogik und Annahmen explizit. Integriert negative Wirkung, Wirkungsordnungen, Nichtkompensation, Systemhebel, Resilienz, Governance und Rückkopplung. ESRS/GRI/Impact Management Schafft standardisierte Berichts-, Materialitäts- und Impact-Dimensionen. Verwendet Daten als Entscheidungs- und Rückkopplungsdaten und verbindet sie mit Preisen, Budgets, Portfolios, Innovation, Governance und Stop-Regeln. Business / Enterprise Architecture und Capability Maps Verbinden Strategie mit Fähigkeiten, Wertströmen, Information, Organisation und Technologie. Erweitert Architektur um Wirkungsempfänger, Wirkungsgrenzen, Capability-to-Impact, Transition, KII und lernende Wirkungsrückkopplung. Change Management und Adoption Strukturieren Betroffe nheit, Sponsorship, Kommunikation, Befähigung und Verankerung. Behandelt Veränderung selbst als Wirkungssystem und integriert Macht, Lasten, Schutz, Widerspruch, Adoption und Netto-Wirkung. Product Operating Model und Team Topologies Schaffe n dauerhafte Outcome-Verantwortung, empowered teams, Plattformen und schnellen Flow. Erweitert Outcomes um Empfänger jenseits des Kunden, Nebenwirkungen, Wirkungsgrenzen, Resilienz, Produktlebenszyklus und Exit. Prozess-, Lean- und Flow-Methoden Optimieren End-to-End-Abläufe, Qua lität, Durchlaufzeit und Verschwendung. Verbindet Flow mit Wirkung, Externalitäten, Prozess-KII, Schutzkontrollen und nicht kompensierbaren Grenzen. Portfolio-, Programm- und Benefits- Management Koordinieren Initiativen und realisieren strategischen Nutzen. Trennt Output, Nutzung, Benefit, Netto- Wirkung und Transformation und führt Verantwortung bis in den Regelbetrieb fort.

Daten-, KI-, Qua litäts- und Resilienzsysteme Schaffe n Governance, Standardisierung, Sicherheit, Kontinuität und Assurance. Integriert Datenherkunft, KI-Impact, Agentendelegation, kritische Wirkungsservices, Controls und unabhängige Wirkungsprüfung. Das WÖMS beansprucht nicht, alle Vorläufer zu ersetzen oder deren Urheberschaft zu absorbieren. Es integriert bewährte Erkenntnisse, benennt Quellen und verändert deren Einordnung durch einen einheitlichen Wirkungskompass. Die Originalität liegt insbesondere in der gemeinsamen Architektur, der systematischen Nichtkompensation, den Wirkungsempfängern jenseits von Kunden und Stakeholdern, der Verbindung von operativer Netto-Wirkung und Transformationswirkung sowie der Anwendung auf Wirtschaft, Staat, Gesellschaft, Medien und individuelle Lebenswelten.

3.1 Von der Methodenbibliothek zur vollständigen Wirkungsrealisierung#

Die Fassung 2.0 folgt einem strengeren Vollständigkeitsmaßstab: Ein Methodensystem ist nicht vollständig, wenn es nur Probleme analysiert, Wirkung modelliert und Lösungen entwirft. Es muss auch zeigen, welche Fähigkeiten, Wertströme, Prozesse, Teams, Daten, Technologien, Programme, Veränderungen und Kontrollen erforderlich sind, damit die versprochene Wirkung im Betrieb tatsächlich eintritt und dauerhaft lernfähig bleibt.

3.2 Bestehende Fachmethoden bleiben anschlussfähig#

WÖMS ersetzt nicht BPMN, TOGAF, Lean, Scrum, EFQM, ISO-Managementsysteme, Change- oder Projektmanagement. Es ordnet diese Methoden in eine gemeinsame Wirkungslogik ein. Wo eine Fachmethode präziser ist, wird sie angebunden. Verbindlich bleiben jedoch Wirkungsempfänger, Grenzen, Evidenz, Nichtkompensation, positive Netto-Wirkung, demokratischer Widerspruch und Rückkopplung.