WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 11 von 244

Teil II – Methodische Grundarchitektur#

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6. Der universelle WÖMS-Methodenkreislauf Der Kreislauf besteht aus zehn Schritten. Er ist nicht strikt linear. In komplexen Situationen werden Schleifen, Sprünge und parallele Arbeitsstränge benötigt. Die Reihenfolge schützt dennoch vor typischen Fehlsteuerungen: Lösungen vor Problemverständnis, Messung ohne Entscheidung, Beteiligung ohne Einfluss, Skalierung ohne Wirkungsnachweis oder Reporting ohne Rückkopplung.

Tabelle 6: Die zehn Schritte des WÖMS-Kreislaufs Schritt Leitfrage Typischer Output 1 Wahrnehmen Welche Zustände, Erfahrungen und Signale sind sichtbar? Beobachtungs- und Ausgangsbild 2 Abgrenzen Was ist Gegenstand, Reichweite, Mandat und Schutzrahmen? Mandat, Systemgrenzen, Beteiligungsdesign 3 Verstehen Welche Ursachen, Rückkopplungen, Abhängigkeiten und Machtstrukturen wirken? Systemdiagnose 4 Modellieren Wie soll oder kann Wirkung entstehen? Wirkungspfad, Mechanismus, ToC, Szenarien 5 Bewerten Wie relevant, belastbar, positiv/negativ und nicht kompensierbar ist die Wirkung? Indikatoren, Scorecard, NWI, Risiko 6 Gestalten Welche Optionen und Modelle erzeugen bessere Wirkung? Wirkungsversprechen, Wirkungsmodell, Prototyp 7 Entscheiden Welche Option ist zulässig, tragfähig, resilient und lernfähig? Gate-Memo, Portfolio- und Budgetentscheidung 8 Realisieren und umsetzen Welche Fähigkeiten, Wertströme, Teams, Daten, Programme und Veränderungen erzeugen die Wirkung zuverlässig? Zielarchitektur, Operating Model, Delivery-, Change-, Adoption- und Benefits-Plan 9 Beobachten Was tritt tatsächlich ein und welche Signale erfordern Reaktion? Dashboard, Frühwarnung, Assurance 10 Lernen Welche Handlungen, Regeln, Annahmen oder Ziele werden geändert? Review, Versionierung, neue Runde 7. Methodenarten Tabelle 7: Methodentypologie Methodenart Funktion Beispiele Canvas Gemeinsame strukturierte Arbeitsflä che für qualitative und gemischte Informationen. Wirkungsproblem-, Wirkungsmodell-, Governance-Canvas Map / Landkarte Beziehungen, Räume, Akteure, Pfade oder Abhängigkeiten sichtbar machen. Systemkarte, Empfängerlandkarte, Machtlandkarte Matrix / Portfolio Mehrere Objekte nach transparenten Dimensionen vergleichen. Interdependenzmatrix, Wirkungsportfolio, Risikomatrix Modell Kausal-, Zeit-, Wirkungs- oder Transformationslogik explizieren. Wirkungspfad, ToC+, Stock-and-Flow