WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 21 von 244
A03 · Systemgrenzen- und Reichweiten-Canvas#
Abgrenzungsmethode Wahrnehmen und Abgrenzen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-03 · EXT-SYS-01 · EXT-IMP-08 · EXT-NORM-15 Zeitliche, räumliche, organisatorische, lebenszyklische und kausale Grenzen so festlegen, dass wesentliche Wirkungen weder versteckt noch unbeherrschbar weit gefasst werden.
Verbindlicher Output Eine begründete Systemgrenzendefinition einschließlich einbezogener und ausgeschlossener Bereiche sowie Review-Zeitpunkt.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn Auftrag, Grenze, Legitimität, Evidenz oder Beteiligung vor Beginn geklärt werden müssen. Nicht geeignet Nicht als Ersatz für Fachanalyse oder als nachträgliche Legitimation einer bereits feststehenden Entscheidung verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A01. Nachfolger: A04, B01, C01.
Vorgehen#
1. Untersuchungsobjekt präzisieren. 2. Räumliche und zeitliche Reichweite festlegen.
3. Lebenszyklus- und Wertschöpfungsstufen abgrenzen.
4. Direkte, indirekte und ermöglichte Wirkungen unterscheiden.
5. Ausgeschlossene Bereiche samt Begründung dokumentieren.
6. Grenzen mit Betroffenen und Fachexpertise challengen.
Leitfragen#
Wo endet Verantwortung nicht, obwohl Eigentum oder Vertrag endet?
Welche Langzeit- oder Fernwirkungen könnten durch eine enge Grenze verschwinden?
Welche Grenze ist pragmatisch – und welche politisch bequem?
A03 · Systemgrenzen- und Reichweiten-Canvas – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Mehrschaliges Grenzdiagramm: Kernobjekt, direkte Wirkung, Wertschöpfungs-/Systemwirkung, Langzeit-/Fernwirkung; gestrichelte Ausschlüsse.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Grenzen sind begründet, nicht implizit. Wesentliche Scope-3-/Systemwirkungen werden geprüft.
Ein Review bei neuen Daten ist vorgesehen.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Grenzen nicht nach Datenverfügbarkeit wählen.
Zu breite Grenzen können Verantwortlichkeit verwässern.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-03 · EXT-SYS-01 · EXT-IMP-08 · EXT-NORM-15. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.