WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 22 von 244

A04 · Wirkungsempfänger- und Stakeholder-Landkarte#

PDF-Fassung

Mapping Wahrnehmen und Abgrenzen Version 1.0 · Quellen: INT-02 · INT-03 · EXT-IMP-08 · EXT-PUB-05 · EXT-PUB-06 Alle direkt und indirekt betroffenen Menschen, Gruppen, Lebewesen, Ökosysteme, Institutionen und künftigen Generationen identifizieren und ihre Perspektiven unterscheiden.

Verbindlicher Output Eine priorisierte Betroffenenkarte mit Betroffenheit, Einfluss, Verletzlichkeit, Stimme und Beteiligungsbedarf.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn Auftrag, Grenze, Legitimität, Evidenz oder Beteiligung vor Beginn geklärt werden müssen. Nicht geeignet Nicht als Ersatz für Fachanalyse oder als nachträgliche Legitimation einer bereits feststehenden Entscheidung verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A03. Nachfolger: A08, B01, C04.

Vorgehen#

1. Wirkungsträger und Entscheidungsakteure sammeln.

2. Direkte und indirekte Wirkungsempfänger bestimmen.

3. Unsichtbare, nicht organisierte und künftige Empfänger ergänzen.

4. Betroffenheitsintensität, Einfluss und Verletzlichkeit bewerten.

5. Repräsentations- und Beteiligungslücken markieren.

6. Verantwortliche für Einbezug und Schutz benennen.

Leitfragen#

 Wer trägt Folgen, ohne entscheiden zu können?

 Wer profitiert, wer zahlt, wer wird nicht gehört?

 Wer kann Natur oder zukünftige Generationen legitim vertreten?

A04 · Wirkungsempfänger- und Stakeholder-Landkarte – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Radiale Karte um das Entscheidungsobjekt; Achsen Betroffenheit und Einfluss; Symbole für fehlende Stimme, Zukunft und Natur.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Betroffene werden nicht mit mächtigen Stakeholdern gleichgesetzt.

 Verletzlichkeit und fehlende Stimme beeinflussen Beteiligungsdesign.

 Repräsentation wird transparent begründet.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Stakeholder-Mapping darf Machtungleichheit nicht neutralisieren.

 Organisationen sprechen nicht automatisch für Betroffene.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-02 · INT-03 · EXT-IMP-08 · EXT-PUB-05 · EXT-PUB-06. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.