WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 29 von 244

B02 · Wirkungsproblem-Canvas#

PDF-Fassung

Problemframing Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-03 · EXT-DES-03 · EXT-PUB-01 · EXT-SYS-01 Ein Problem als unerwünschte Zustandsveränderung mit Betroffenen, Ursachen, aufrechterhaltenden Bedingungen und Folgewirkungen formulieren.

Verbindlicher Output Präzise Problemdefinition statt lösungsnaher oder moralischer Problembehauptung.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.

Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B01. Nachfolger: B03–B07, F01.

Vorgehen#

1. Beobachteten Ausgangszustand benennen.

2. Betroffene und Schutzgüter zuordnen. 3. Problem als Zustandsdifferenz formulieren.

4. Ursachen, Verstärker und institutionelle Bedingungen sammeln.

5. Folgewirkungen und bisherige Reparaturen dokumentieren.

6. Problemformulierung auf Lösungsneutralität prüfen.

Leitfragen#

 Ist das vermeintliche Problem vielleicht nur ein Symptom?

 Welche Lösung steckt unbemerkt schon in der Problemformulierung?

 Wer definiert das Problem und mit welchem Interesse?

B02 · Wirkungsproblem-Canvas – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Acht Felder: Zustand, Betroffene, Ursachen, Verstärker, bestehende Reaktionen, Folgewirkungen, Daten, offene Fragen.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Problem ist beobachtbar und lösungsneutral.

 Ursachen und Symptome sind getrennt.  Betroffenenperspektiven und Systembedingungen sind enthalten.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 „Zu wenig Akzeptanz“ kann ein Hinweis auf schlechte Gestaltung statt auf ein Bevölkerungsproblem sein.

 Moralische Etiketten ersetzen keine Diagnose.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-03 · EXT-DES-03 · EXT-PUB-01 · EXT-SYS-01. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.