WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 30 von 244

B03 · Problem- und Wirkungsbaum#

PDF-Fassung

Kausale Strukturierung Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-03 · EXT-IMP-03 · EXT- PUB-01 · EXT-SYS-01 Ursachen, Kernproblem und Folgewirkungen in einer ersten gerichteten Struktur ordnen und später in ein dynamisches Modell überführen. Verbindlicher Output Problembaum mit Wurzelursachen, vermittelnden Ursachen, Kernzustand und Wirkungsfolgen.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.

Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B02. Nachfolger: B04, C01, C03.

Vorgehen#

1. Kernproblem aus B02 in die Mitte setzen.

2. Direkte Ursachen unterhalb sammeln. 3. Wurzelursachen und institutionelle Bedingungen ergänzen.

4. Direkte Folgen oberhalb sammeln. 5. Wirkungen zweiter und dritter Ordnung ergänzen.

6. Kausalannahmen mit Evidenzmarkern versehen.

Leitfragen#

 Welche Ursache ist veränderbar und welche Rahmenbedingung?

 Welche Folge kehrt als Ursache zurück?  Welche Kante ist nur plausibel, nicht belegt?

B03 · Problem- und Wirkungsbaum – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Vertikaler Baum: Wurzeln = Ursachen, Stamm = Kernzustand, Krone = Folgen; gestrichelte Pfeile für unsichere Annahmen.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Ebenen sind logisch getrennt.  Rückkopplungen werden als Übergang zu B04 markiert.

 Evidenzstatus bleibt sichtbar.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Ein Baum suggeriert Linearität; deshalb nicht als Endmodell verwenden.

 Korrelation nicht als Kausalität ausgeben.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-03 · EXT-IMP-03 · EXT-PUB-01 · EXT-SYS-01. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.