WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 31 von 244
B04 · Kausalschleifen- und Rückkopplungsdiagramm#
Systemmapping Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-03 · EXT-SYS-01 · EXT-SYS-03 · EXT-SYS-20 Verstärkende und ausgleichende Rückkopplungen, Verzögerungen und nichtlineare Dynamiken sichtbar machen. Verbindlicher Output Causal Loop Diagram mit Variablen, Wirkungsrichtung, Polarität, Schleifen und Zeitverzögerungen.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.
Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 150–240 Minuten Beteiligte 6–15 Personen mit System- und Praxiswissen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B03. Nachfolger: B05, B06, B10, C07.
Vorgehen#
1. Verhaltensmuster und zentrale Variablen definieren.
2. Kausale Verbindungen als „wenn mehr, dann…“ formulieren.
3. Polarität jeder Verbindung bestimmen. 4. Verstärkende und ausgleichende Schleifen identifizieren.
5. Zeitverzögerungen und externe Treiber markieren.
6. Diagramm mit Daten, Betroffenen und Fachexpertise validieren.
Leitfragen#
Welche Schleife stabilisiert den problematischen Zustand?
Wo wirken Verzögerungen gegen intuitive Entscheidungen?
Welche Verbindung ist eine Hypothese und wie könnte sie getestet werden?
B04 · Kausalschleifen- und Rückkopplungsdiagramm – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Kreisförmige oder netzartige Variablenkarte; +/− an Pfeilen, R/B an Schleifen, || für Verzögerung; Evidenzstufe an Kanten.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Variablen sind veränderliche Größen, keine Themenüberschriften.
Polaritäten sind konsistent. Karte wird nicht mit einem Simulationsmodell verwechselt.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Zu viele Variablen zerstören Lesbarkeit. Netzwerkzentralität allein beweist keinen Hebel.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-03 · EXT-SYS-01 · EXT-SYS-03 · EXT-SYS-20. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.