WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 32 von 244
B05 · Bestands- und Flussmodell#
System-Dynamics-Vorstruktur Verstehen Version 1.0 · Quellen: INT-03 · EXT-SYS-03 · EXT- SYS-20 Akkumulationen, Zuflüsse, Abflüsse und Verzögerungen erfassen, wenn Mengen- und Zeitdynamik entscheidend sind. Verbindlicher Output Qualitatives oder quantitatives Stock-and-Flow-Modell mit definierten Einheiten und Hypothesen.
Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz bei mehrdeutigen, vernetzten oder wiederkehrenden Problemen, deren Ursachen und Rückkopplungen nicht linear verstanden werden können.
Nicht geeignet Nicht unnötig für triviale Routinefragen verwenden; jede Karte bleibt eine vorläufige Hypothese. Dauer 180 Minuten bis mehrere Modellierungstage Beteiligte Kleines interdisziplinäres Modellierungsteam Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B04. Nachfolger: B09, B12, C08.
Vorgehen#
1. Relevante Bestände bestimmen. 2. Zuflüsse und Abflüsse definieren. 3. Einheiten und Zeitschritte festlegen. 4. Steuernde Variablen und Rückkopplungen ergänzen.
5. Daten und Parameterbereiche erfassen. 6. Bei Bedarf Simulation und Sensitivitätsanalyse vorbereiten.
Leitfragen#
Was sammelt sich an oder wird abgebaut? Welche Flüsse können kurzfristig verändert werden?
Welche Verzögerung erzeugt Überschwingen oder Pfadabhängigkeit?
B05 · Bestands- und Flussmodell – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Standardnotation aus Beständen (Rechtecke), Flüssen (Ventile/Pfeile), Hilfsvariablen und Wolken; separate Unsicherheitsangaben.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Einheiten sind konsistent. Bestände und Flüsse sind klar getrennt. Simulationen werden als Modelle, nicht als Prognosewahrheit kommuniziert.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Nicht jede qualitative Frage benötigt Simulation.
Fehlende Daten dürfen nicht durch versteckte Parameterannahmen ersetzt werden.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-03 · EXT-SYS-03 · EXT-SYS-20. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.