WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 45 von 244

C05 · Beitragsanalyse#

PDF-Fassung

Evaluationslogik Modellieren Version 1.0 · Quellen: INT-02 · EXT-IMP-06 · EXT- IMP-01 · EXT-IMP-18 Plausibel und evidenzbasiert beurteilen, welchen Beitrag eine Intervention zu beobachteten Wirkungen geleistet hat, ohne unangemessene Alleinursächlichkeit zu behaupten.

Verbindlicher Output Beitragsnarrativ mit Alternativerklärungen, Evidenzkette, verbleibender Unsicherheit und Lernschlussfolgerung.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn eine Intervention, Strategie oder Idee eine explizite und prüfbare Wirkungslogik benötigt. Nicht geeignet Nicht als Kausalitätsbeweis oder statisches Versprechen behandeln.

Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: C03, D12. Nachfolger: D08/D09, H07.

Vorgehen#

1. Wirkungsfrage und ToC präzisieren. 2. Beobachtete Ergebnisse und zeitliche Folge dokumentieren.

3. Evidenz für zentrale Kausalannahmen sammeln.

4. Alternativerklärungen und Kontextfaktoren prüfen.

5. Beitragsgeschichte stärken, schwächen oder revidieren.

6. Konsequenzen für Entscheidung und Messung ableiten.

Leitfragen#

 Welche andere Erklärung passt ebenfalls zu den Daten?

 Welche Annahme ist für den Beitrag entscheidend?

 Wie sicher ist die Aussage und was bleibt offen?

C05 · Beitragsanalyse – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Evidenztabelle je Kausalannahme plus alternatives Erklärungsmodell; abschließende Beitragsaussage mit Konfidenz.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Alternativerklärungen werden ernsthaft geprüft.

 Konfidenz wird offen angegeben.  Narrativ folgt Evidenz statt umgekehrt.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Beitragsanalyse nicht als schwache Ausrede für fehlende Evaluation verwenden.

 Cherry-Picking positiver Belege vermeiden.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-02 · EXT-IMP-06 · EXT-IMP-01 · EXT-IMP-18. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.