WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 47 von 244

C07 · Nebenwirkungs-, Wechselwirkungs- und Rebound-Analyse#

PDF-Fassung

Risiko- und Folgemethode Modellieren Version 1.0 · Quellen: INT-01 · INT-02 · EXT-SYS-01 · EXT-SYS-03 · EXT-NORM-15 Unerwünschte, indirekte, kompensierende oder zurückschlagende Wirkungen systematisch vor und während der Umsetzung prüfen. Verbindlicher Output Nebenwirkungsregister mit Wirkpfad, Betroffenen, Schwere, Frühwarnsignal, Gegenmaßnahme und Restunsicherheit.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn eine Intervention, Strategie oder Idee eine explizite und prüfbare Wirkungslogik benötigt. Nicht geeignet Nicht als Kausalitätsbeweis oder statisches Versprechen behandeln.

Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: B04/B07/C01. Nachfolger: D10, F07, H06.

Vorgehen#

1. Primärwirkung und relevante Systemgrenzen festlegen.

2. Nebenwirkungen in Mensch, Planet und Demokratie sammeln.

3. Wechselwirkungen mit bestehenden Maßnahmen prüfen.

4. Rebound, Verlagerung und moral hazard identifizieren.

5. Schwere, Wahrscheinlichkeit, Reversibilität und Verteilung bewerten.

6. Prävention, Monitoring und Stop-Kriterien festlegen.

Leitfragen#

 Was tun Menschen oder Systeme als Reaktion auf die Maßnahme?

 Wird Effizienzgewinn durch Mehrnutzung aufgehoben?

 Wird Schaden räumlich, zeitlich oder sozial verlagert?

C07 · Nebenwirkungs-, Wechselwirkungs- und Rebound-Analyse – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Vier-Quadranten-Canvas: Nebenwirkung, Wechselwirkung, Rebound, Verlagerung; darunter Risiko- und Schutzfelder.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Nebenwirkungen haben Empfänger und Mechanismus.

 Frühwarnsignale sind beobachtbar.  Schwere Schäden führen zu strengeren Stop-Regeln.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Brainstorming ohne Priorisierung erzeugt Listenfriedhöfe.

 Seltene irreversible Schäden nicht durch Durchschnittsrisiko relativieren.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-01 · INT-02 · EXT-SYS-01 · EXT-SYS-03 · EXT-NORM-15. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.