WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 53 von 244

D02 · Wirkungsrelevanz- und Materialitätsanalyse#

PDF-Fassung

Priorisierungsmethode Bewerten Version 1.0 · Quellen: INT-02 · INT-03 · EXT- NORM-02 · EXT-NORM-03 · EXT-IMP-11 Relevante tatsächliche und potenzielle Wirkungen unabhängig von finanzieller Materialität identifizieren und anschließend mit Risiken, Chancen und Abhängigkeiten verbinden.

Verbindlicher Output Priorisierte IRO- und Wirkungslandkarte mit Schwere, Reichweite, Unabänderlichkeit, Wahrscheinlichkeit, Betroffenen und finanzieller Rückwirkung. Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz, wenn Wirkung priorisiert, gemessen, bewertet, verglichen oder evaluiert werden soll. Nicht geeignet Nicht zur Scheingenauigkeit, Personenbewertung oder Kompensation schwerer Schäden verwenden. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: A04/B01/D01. Nachfolger: D03, E02.

Vorgehen#

1. Universum potenzieller Wirkungen aus System- und Stakeholderanalyse bilden.

2. Tatsächliche/potenzielle sowie positive/negative Wirkungen trennen.

3. Schwere, Reichweite und Unabänderlichkeit bewerten.

4. Bei potenziellen Wirkungen Wahrscheinlichkeit ergänzen.

5. Finanzielle Risiken, Chancen und Abhängigkeiten separat verbinden.

6. Priorisierung und Schwellen offenlegen.

Leitfragen#

 Welche Wirkung ist für Betroffene wesentlich, auch wenn sie finanziell klein ist?

 Welche Abhängigkeit wird später zum finanziellen Risiko?

 Welche Schwelle wurde warum gesetzt? D02 · Wirkungsrelevanz- und Materialitätsanalyse – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Doppelperspektivische Matrix: Wirkungsrelevanz als primäre Achse, finanzielle Rückwirkung als zweite Ansicht; keine Schnittmengenpflicht.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Impact- und Finanzperspektive werden nicht vermischt.

 Schwere Menschenrechtswirkungen erhalten Vorrang.

 Stakeholderengagement beeinflusst Bewertung.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 Materialität nicht zur Erlaubnis für Unwesentlichkeit missbrauchen.

 Punktwerte dürfen qualitative Schwere nicht verdecken.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-02 · INT-03 · EXT-NORM-02 · EXT-NORM-03 · EXT-IMP-11. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.