WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 84 von 244

F07 · Wirkungsexperiment#

PDF-Fassung

Experimentdesign Gestalten Version 1.0 · Quellen: INT-02 · INT-03 · EXT-DES-04 · EXT-IMP-19 · EXT-HUM-03 Eine Wirkungshypothese unter kontrollierten oder realweltlichen Bedingungen so testen, dass Lernen, Schutz und Entscheidung möglich werden. Verbindlicher Output Experimentprotokoll mit Hypothese, Vergleich, Messung, Ethik, Nebenwirkungen, Ergebnis und Entscheidungsregel.

Einsatzrahmen Festlegung Geeignet Einsatz für neue oder zu transformierende Angebote, Produkte, Services, Geschäfts-, Plattform- oder Finanzierungsmodelle.

Nicht geeignet Nicht mit Nutzerattraktivität oder Umsatzpotenzial beginnen, bevor Problem, Betroffene und Grenzen geklärt sind. Dauer 90–150 Minuten Beteiligte 5–10 Personen Benötigte Inputs Auftrag, vorhandene Daten und relevantes Kontextwissen Schnittstellen Vorgänger: C06/F06. Nachfolger: F08/F09/H02.

Vorgehen#

1. Hypothese und Entscheidungsschwelle bestimmen.

2. Geeignetes Design und Vergleichslogik wählen.

3. Indikatoren, Stichprobe und Zeitraum festlegen.

4. Ethik, Einwilligung, Verteilung und Schutz prüfen.

5. Experiment durchführen und unerwartete Wirkung erfassen.

6. Auswerten, replizieren oder Entscheidung treffen.

Leitfragen#

 Welches Design ist ausreichend belastbar und verhältnismäßig?

 Wer wird vom Test ausgeschlossen oder belastet?

 Welche Wirkung beobachten wir unbeabsichtigt?

F07 · Wirkungsexperiment – Fortsetzung

Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#

Experimentkarte plus Ablaufdiagramm; verpflichtende Felder für Nebenwirkung, Ausschlussgruppen und Stop-Regel.

Qualitätskriterien#

 Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.

 Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.

 Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.

 Entscheidungsregel steht vor Datenerhebung.

 Ethik und Schutz sind dokumentiert.  Unerwartete Ergebnisse werden erfasst.

Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#

 Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.

 Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.

 A/B-Tests können Menschen manipulieren oder Systemfolgen ignorieren.

 Statistische Signifikanz nicht mit praktischer Wirkung gleichsetzen.

Quellen- und Herkunftslinie#

Interne und externe Anschlussquellen: INT-02 · INT-03 · EXT-DES-04 · EXT-IMP-19 · EXT-HUM-03. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.