Folgenbegriff

Nebenwirkung

Eine Nebenwirkung ist eine zusätzliche, oft unbeabsichtigte direkte oder indirekte Folge einer Maßnahme, Entscheidung oder Kommunikation.

Folgenbegriff

Auf einen Blick

  • Einordnung: Folgenbegriff im Bereich Grundbegriff.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wechselwirkung, Rebound-Effekt, Wirkungsrisiko.

Definition

Was der Begriff zusätzlich aussagt

Nebenwirkungen entstehen neben der primär erwarteten Veränderung. Sie können direkt oder indirekt, kurzfristig oder zeitverzögert, bei anderen Gruppen oder in anderen Räumen auftreten. Der Begriff beschreibt zunächst die zusätzliche Folge, nicht automatisch ihre moralische Bewertung.

Wirkungsanalysen müssen Nebenwirkungen sichtbar machen, damit positive Teilwirkungen keine erheblichen Schäden in Lieferketten, Ökosystemen, Gesellschaft oder Zukunft verdecken.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Nebenwirkungen sind Teil der Wirkungsermittlung und der Netto-Wirkung. Sie werden anschließend am Referenzrahmen eingeordnet; schwere negative Wirkungen können durch positive Teilwerte nicht beliebig kompensiert werden.

Verwendung

Verwendung

Nebenwirkung, Wechselwirkung und Rebound unterscheiden. Datenlage und Systemgrenze dokumentieren, statt jede vermutete Folge als belegt auszugeben.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Wechselwirkung: gegenseitige Beeinflussung mehrerer Faktoren.
  • Rebound-Effekt: Folgeeffekt, der eine Verbesserung teilweise oder vollständig aufheben kann.
  • Negative Wirkung: Ergebnis der Bewertung einer Zustandsveränderung.

Mess- und Steuerungsbezug

Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird

Prüfbar wird „Nebenwirkung“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.

Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.

Quellen und Einordnung

Kategorie: Grundbegriff

Quellenstatus: Die Quellenverweise führen auf Detailseiten des Quellenarchivs; WÖk-Primärquellen dokumentieren Modellbegriffe und ersetzen keine externe Evidenz für empirische oder rechtliche Aussagen.