Arbeitspapier Doppelte Wesentlic… · Onlinefassung · Abschnitt 34 von 72

13. Zielbild eines wirkungsfähigen Unternehmens-Operating-Models#

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Arbeitsfassung - Stand 04.06.2026 - Seite 17 Digital tagging Wirkungsdatenraum / DPP-Anschluss Maschinenlesbare Rückkopplung in Systeme. 13. Zielbild eines wirkungsfähigen Unternehmens-Operating- Models Ein Unternehmen, das doppelte Wesentlichkeit ernst nimmt, braucht ein Operating Model. Es reicht nicht, jährlich einen Prozess zu starten und danach einen Bericht zu erstellen. Die Organisation muss wissen, wo Wirkung entsteht, wer sie steuert, welche Daten fließen und welche Entscheidungen sich dadurch verändern. Das Zielbild ist ein Unternehmen als lernendes Wirkungssystem. Geschäftsführung und Aufsicht setzen den Rahmen. Strategie übersetzt wesentliche IROs in Transformationspfade.

Risikomanagement integriert Outside-In-Risiken und Inside-Out-Rückschläge. Controlling verbindet KPI und KII. Nachhaltigkeit koordiniert Standards, Stakeholder, Daten und Methodik. Einkauf steuert Lieferantenwirkung. Produktentwicklung steuert Lebenszykluswirkung. Personal steuert Arbeitswirkung, Wirkungskompetenz und Kultur. Kommunikation übersetzt Wirkung wahrhaftig. IT und Datenmanagement sichern Datenräume, Schnittstellen und Qualität.

Ein solches Modell braucht nicht überall große neue Abteilungen. Oft geht es darum, vorhandene Funktionen anders zu verbinden. Die wichtigste organisatorische Änderung ist die Rückkopplung:

Wirkung muss vor Entscheidungen sichtbar sein, nicht erst danach im Bericht.

13.1 Rollenmodell Funktion Aufgabe in der doppelten Wesentlichkeit Aufgabe in Impact-Management/Controlling Vorstand / Geschäftsführung Freigabe der Wesentlichkeit, strategische Verantwortung. Wirkungsziele, Ressourcen, Anreize, Eskalation. Aufsicht / Audit Committee Prüfung von Prozess, Governance und Bericht. Überwachung von Wirkung, Risiko, Datenqualität. Nachhaltigkeit Methodik, ESRS-Mapping, Stakeholder, Bericht. Koordination von Wirkungsdaten und Maßnahmen. Risikomanagement Financial Materiality und Risikoabgleich.

Integration von Wirkungsrisiken in ERM, Szenarien, Resilienz. Controlling / Finanzen Finanzielle Effekte, Datenanschluss, Capex/Opex. KPI/KII-Dashboard, Plan-Ist, NWI/T- SROI, Business Cases. Einkauf Lieferketten-IROs, Lieferantendaten. Lieferantenentwicklung, Kriterien, Verträge, Risikoeskalation. Produktentwicklung Produktbezogene Auswirkungen und Chancen. Ökodesign, Sicherheit, Kreislauf, Nutzungswirkung. HR S1-Themen, Arbeitsbedingungen, Kompetenzen. Wirkungskompetenz, Kultur, Anreize, Gesundheit. Kommunikation / Marketing Offenlegung und Stakeholderinformation. Wahrhaftige Wirkungskommunikation, Vermeidung von Greenwashing. IT / Daten Datenmodelle, Workflows, Kontrollen. Wirkungsdatenraum, DPP, Datenqualität, Audit Trail. 13.2 Entscheidungspunkte Wirkung muss an bestimmten Entscheidungspunkten eingebaut werden. Besonders wichtig sind Investitionsentscheidungen, Produktfreigaben, Lieferantenfreigaben, Standortentscheidungen, M&A, Finanzierung, Versicherungen, Preisentscheidungen, Kampagnen, Personalentscheidungen und Krisenmanagement. Ein wirkungsfähiger Freigabeprozess fragt nicht nur: Ist das Projekt profitabel? Er fragt zusätzlich:

Welche wesentlichen IROs sind betroffen? Welche Daten liegen vor? Welche negativen Wirkungen