WÖk-Präzisierungsbegriff

Narrativ

Ein Narrativ ist eine sinnstiftende Erzählung, die Ereignisse, Ursachen, Rollen, Ziele und Zukunftsbilder verbindet.

WÖk-PräzisierungsbegriffStand / Version 1.0

Auf einen Blick

  • Sinnstiftende Erzählung, die Ereignisse, Ursachen, Rollen und Zukunftsbilder verbindet.
  • Der Begriff gehört zum Bereich Psychologische und systemische Wirkmechanismen und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
  • Wirkungsökonomisch fragt „Narrativ“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
  • Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Konstruktives Narrativ, Destruktives Narrativ, Zukunftsbild.

Definition

Was bedeutet der Begriff?

Narrative geben Orientierung. Sie können Komplexität integrieren oder destruktiv reduzieren. Konstruktive Narrative verbinden Gegenwart und Zukunft, eröffnen Handlungsfähigkeit und stärken Kohärenz. Destruktive Narrative arbeiten häufig mit Schuldigen, Feindbildern, Opferlogik oder Untergangsbildern.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Narrative sind keine Wirkung selbst, sondern Wirkstoffe mit starkem Wirkungspotenzial. Sie können Vertrauen, Zugehörigkeit, Dissonanz, Polarisierung und Handlungsbereitschaft beeinflussen.

Verwendung

Verwendung

Als normalen menschlichen oder systemischen Verarbeitungsmechanismus beschreiben, nicht als Abwertung von Personen.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Wirkung
  • Wirkungspotenzial
  • Wirkungsnachweis

Wirkungsökonomische Sicht & Einordnung

Wie der Begriff in der WÖk gelesen wird

Für die Wirkungsökonomie ist „Narrativ“ wichtig, weil der Begriff entscheidet, welche Wirkungsfrage überhaupt sichtbar wird. Sinnstiftende Erzählung, die Ereignisse, Ursachen, Rollen und Zukunftsbilder verbindet.

Im Bereich Psychologische und systemische Wirkmechanismen hilft der Begriff, nicht nur über ein Schlagwort zu sprechen, sondern über Zustände, Betroffene, Bilanzgrenzen, Wirkpfade und Rückkopplungen. Genau dort beginnt die wirkungsökonomische Prüfung.

Beispiele

Wo der Begriff praktisch auftaucht

  • In einer Debatte klärt der Begriff, ob über Fakten, Deutung, Wirkungspotenzial oder eingetretene Wirkung gesprochen wird.
  • In einem Werkzeug markiert „Narrativ“, welche Eingaben, Quellen oder Grenzen für eine belastbare Einordnung nötig sind.
  • In Psychologische und systemische Wirkmechanismen hilft der Begriff, verkürzte Aussagen in eine überprüfbare Wirkungsfrage zu übersetzen.

Mess- und Steuerungsbezug

Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird

Prüfbar wird „Narrativ“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.

Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.

Querverweise

Begriffe, die du mitdenken solltest

Konstruktives Narrativ · Destruktives Narrativ · Zukunftsbild · Frame / Framing · Resonanzraum · Vertrauen · Priming · Sensemaking

Querverweise

Version und Quellen

Kategorie: Psychologische und systemische Wirkmechanismen · Version: 1.0