Anschlussbegriff / WÖk-Präzisierungsbegriff

Frame / Framing

Framing ist das Setzen, Wiederholen oder Verstärken eines Deutungsrahmens.

Anschlussbegriff / WÖk-PräzisierungsbegriffStand / Version 1.1

Auf einen Blick

  • Setzen oder Verstärken eines Deutungsrahmens durch Sprache, Bilder, Zahlen, Tonalität oder Wiederholung.
  • Der Begriff gehört zum Bereich Psychologische und systemische Wirkmechanismen und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
  • Wirkungsökonomisch fragt „Frame / Framing“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
  • Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Reframing, Alarm-Frame, Narrativ.

Definition

Was bedeutet der Begriff?

Framing ist das Setzen, Wiederholen oder Verstärken eines Deutungsrahmens. Es strukturiert, was sichtbar wird, was nebensächlich wirkt, wem Verantwortung zugeschrieben wird und welche Lösung als plausibel erscheint.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

Framing ist wirkungsrelevant, weil es nicht nur beschreibt, sondern Wahrnehmung, Resonanz, Verantwortungszuschreibung und Handlungsmöglichkeiten strukturiert. Es erzeugt häufig Wirkungspotenzial, nicht automatisch nachgewiesene Wirkung.

Verwendung

Verwendung

Framing ist nicht automatisch Manipulation. Aufklärendes Framing macht Zusammenhänge, blinde Flecken und Wirkpfade sichtbarer. Manipulatives Framing verengt Wirklichkeit, verdeckt Verantwortung, erzeugt Feindbilder oder verschiebt Aufmerksamkeit von relevanten Wirkungen weg.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Frame: der Deutungsrahmen; Framing: das Setzen oder Verstärken dieses Rahmens.
  • Wirkungsnachweis: Framing kann Wirkungspotenzial erzeugen, beweist aber noch keine eingetretene Wirkung.
  • Manipulation: Framing kann aufklärend oder manipulativ sein; entscheidend sind Wahrheitsnähe, Kontext, Würde und Transparenz.
  • Nicht verwechseln mit Lüge. Frames können wahrheitsfähig oder verzerrend sein; entscheidend ist Transparenz über Wirkungspotenzial.

Vertiefung

Vertiefte Begriffsstruktur

Psychologische Effekte, Biases und Diskursverschiebung

Framing strukturiert Problemdefinition, Ursache, moralische Bewertung und Lösung. Für die Wirkungsökonomie ist Framing zentral, weil Sprache Wirkungspotenziale öffnet, ohne schon Wirkungsnachweis zu sein.

Auf einen Blick

  • Beschreibt ein Muster öffentlicher Kommunikation, das Aufmerksamkeit, Deutung, Vertrauen oder Diskursfähigkeit verschieben kann.
  • SDG+-relevant, weil demokratische Öffentlichkeit, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit und institutionelles Vertrauen davon betroffen sein können.
  • Meist als Wirkungspotenzial oder Wirkungsrisiko zu lesen, nicht automatisch als empirisch nachgewiesene Wirkung.
  • Nicht zur Unterstellung von Absichten verwenden; Muster, Datenlage und Wirkpfad getrennt prüfen.

Beispiele

  • CO2-Bepreisung als „Strafe“ oder als „ehrlicher Preis“.
  • Bürgergeld als „soziale Sicherheit“ oder als „Faulheitsprämie“.

Mess- und Steuerungsbezug

Faktencheck, Wirkungsanalyse, Resonanzraum- und Framinganalyse, Netzwerk- und Plattformmonitoring, Quellenklarheit, Moderationsstandards, algorithmische Transparenz und Wirkungsrückkopplung in Medienregeln.

Quellenbasis

Quellenbasis dieser Ergänzung: ENT, LAK, WÖK-BL.

Querverweise

Version und Quellen

Kategorie: Psychologische und systemische Wirkmechanismen · Version: 1.1