Anschlussbegriff
Neoliberalismus
Neoliberalismus wird unterschiedlich verwendet. Im heutigen politischen Sprachgebrauch bezeichnet er meist eine Ordnung, die Markt, Wettbewerb, Privatisierung, Deregulierung und Kapitalrendite stark priorisiert.
Auf einen Blick
- Einordnung: Anschlussbegriff im Bereich Glossar-Erweiterung.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Effizienz, Externalisierung, Marktwirtschaft.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Die WÖk nutzt den Begriff vorsichtig, um die Gefahr einer Marktlogik ohne Wirkungswahrheit zu beschreiben. Wenn Preise Schäden nicht abbilden, werden Freiheit und Effizienz zu Scheinsignalen: Destruktives kann billig erscheinen, weil andere zahlen.
Verwendung
Verwendung
„Neoliberalismus“ wird verwendet, um Aussagen, Daten, Werkzeuge oder Entscheidungen im Bereich Glossar-Erweiterung präzise zuzuordnen.
Als Anschlussbegriff macht der Begriff sichtbar, welche Frage geprüft werden muss; er ersetzt weder Belege noch eine Bewertung der tatsächlichen Wirkung.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht als Kampfbegriff verwenden. Historisch überschneidet sich der frühe Neoliberalismus teilweise mit ordoliberalen Ordnungsideen. Die öffentliche Einordnung sollte den Begriff nur mit Definition und Kontext nutzen.
Mythos und Klärung
Wirkungsökonomische Einordnung
Mythos
Neoliberalismus ist dasselbe wie Liberalismus.
WÖk-Klärung
Liberalismus ist eine Freiheits- und Rechtsstaatsidee; Neoliberalismus bezeichnet marktorientierte politische Strömungen.
Blinder Fleck
Effizienzgewinne können auf andere Systeme abgewälzt werden.
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Neoliberalismus“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
Verknüpfungen