WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 8 von 23

6. Rollen, Verantwortlichkeiten und Governance#

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Wirkungsorientierte Führung braucht klare Rollen. Wenn alle „irgendwie“ verantwortlich sind, ist am Ende niemand zuständig. Die WÖk empfiehlt eine Governance, die Wirkung in Vorstand, Aufsichtsrat, Management, Fachbereichen und Teams verankert. Der Vorstand oder die Geschäftsführung trägt die strategische Wirkungsverantwortung. Der Aufsichtsrat prüft, ob Geschäftsmodell, Risiko und Kapitalallokation mit Zukunftsfähigkeit vereinbar sind. Fachbereiche übersetzen WÖk- IDs in operative Prozesse. Teams erhalten Handlungsspielraum und Rückkopplung. Controlling verbindet finanzielle und wirkungsbezogene Sicht. HR gestaltet Wirkungskompetenz und gesunde Arbeit.

Rolle Wirkungsverantwortung Instrument Vorstand / Geschäftsführung Zweck, Strategie, Kapitalallokation, rote Linien Wirkungsklausel, WÖk-Dashboard, jährliche Wirkungsprüfung Aufsichtsrat / Beirat Kontrolle von Geschäftsmodellrisiken und Transformationspfad Wirkungsausschuss, Stranded-Asset- Prüfung, Vergütungskriterien Controlling / Finance Verbindung von Kapital, Risiko und Wirkung KII, NWI, T-SROI, CapEx-Wirkungsprüfung HR / People & Culture Gesunde Arbeit, Entwicklung, Wirkungskompetenz Weiterbildung, psychosoziale Risikoanalyse, Beteiligung Einkauf / Supply Chain Lieferkettenwirkung und Resilienz Lieferanten-Scorecards, WÖk-ID-Mapping, Auditplanung Teams Operative Lernschleifen und Wirkungsverbesserung Retrospektiven, Entscheidungstagebuch, Team-Wirkungscheck 7. Vergütung, Anreize und Zielvereinbarungen Vergütung ist ein starkes Signal. Wenn Boni an kurzfristige Finanzkennzahlen gekoppelt sind, wird kurzfristige Finanzoptimierung rational. Wirkungsorientierte Vergütung muss deshalb Finanzziele, Wirkungskorridore und rote Linien verbinden. Dabei gilt: Wirkung darf nicht so vereinfacht werden, dass neue Fehlanreize entstehen.

Eine sinnvolle Architektur trennt Mindestbedingungen und Bonusfelder. Mindestbedingungen sind nicht verhandelbar: Arbeitsschutz, Rechtsstaatlichkeit, keine Kinderarbeit, keine gravierende Datenrechtsverletzung, keine Umweltrote Linie. Bonusfelder können positive Wirkung belohnen: CO2-Reduktion, Ressourceneffizienz, Weiterbildung, Produktwirkung, Lieferkettenverbesserung, Resilienz.

Wichtig ist auch die Teamdimension. Viele Wirkungen entstehen nicht individuell, sondern systemisch. Deshalb sollten Wirkungsboni nicht nur Einzelpersonen belohnen, sondern Teams, Bereiche und Transformationsprojekte.

Gleichzeitig muss vermieden werden, dass Personen mit geringerer Macht für Systemprobleme haftbar gemacht werden. 8. Wirkungskompetenz und lernende Organisation Wirkungsorientierte Unternehmensführung braucht neue Kompetenzen: Systemdenken, Datenverständnis, SDG-/SDG+-Logik, Zielkonfliktfähigkeit, Moderation, Resonanzbewusstsein, Risikodenken, digitale Mündigkeit und ethische Urteilskraft. Diese Kompetenzen sind nicht nur für Nachhaltigkeitsteams relevant, sondern für Produktentwicklung, Einkauf, Finance, HR, Vertrieb, Kommunikation und IT.