WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 14 von 18

ESG, Sustainable Finance und Kapitalwirkung: Abgrenzung#

PDF-Fassung

ESG fragt häufig aus Sicht von Investor:innen und Kreditgebern, welche Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken ein Unternehmen oder Portfolio finanziell betreffen. Diese Perspektive ist wichtig, aber nicht identisch mit Kapitalwirkung. Kapitalwirkung fragt zusätzlich, welche realen Zustandsveränderungen durch den Kapitaleinsatz in Welt, Gesellschaft und Demokratie entstehen.

Das ist eine andere Richtung der Fragestellung.

Ein Portfolio kann ESG-Risiken reduzieren, indem es problematische Sektoren verkauft. Wirkung entsteht dadurch aber nur, wenn Kapitalabzug, Engagement oder Umschichtung reale Geschäftsmodelle verändert. Ein bloßer Verkauf eines fossilen Vermögenswerts an weniger transparente Eigentümer kann das Portfoliorisiko senken, ohne die Emissionen zu senken. Die WÖk unterscheidet daher Risikoreinigung des Portfolios von Transformation der Realwirtschaft.

Perspektive Leitfrage Grenze WÖk-Erweiterung ESG-Risiko Wie wirken E, S und G auf den finanziellen Wert? Portfolio kann sauber aussehen, ohne Realwirkung zu verändern. Kapitalwirkung fragt nach realer Zustandsveränderung. Taxonomie Welche Aktivität erfüllt ökologische Kriterien? Fokus stark auf Umweltziele und Kriterienlisten. MPD-Logik ergänzt Mensch, Demokratie, SDG+ und Netto- Wirkung. Impact Investing Welche positive Wirkung soll erzielt werden? häufig Projekt- oder Fondsebene, Gefahr von Impact-Washing. NWI, Reverse Merit Order und T-SROI sichern Nichtkompensation. Wirkungsökonomie Welche Wirkung erzeugt Kapital im System? mess- und governanceintensiv. Rückkopplung in Zins, Steuer, Versicherung, Fonds und Haushalt.