WÖMS 2.0 · Onlinefassung · Abschnitt 60 von 244
D09 · T-SROI – Transformational Social Return on Investment#
Transformationskennzahl · Bewerten · aktuelle Rechenfassung v1.1 · WÖK-Q-1024 Der T-SROI ist ein Euro-zu-Euro-Verhältnis. Er setzt den Barwert kausal zurechenbarer direkter und separat belegter transformativer Nettonutzen zum Barwert der eingesetzten Ressourcen in Beziehung. Er ergänzt den IOI um einen Nutzenstrom - er multipliziert keine Wirkung.
Verbindlicher Output T-SROI-Auswertung mit direkten und separat belegten transformativen Nutzen- und Schadenströmen, Ressourcen, Preisbasis, Zurechnung, Diskontierung, Schutz-Gate und Sensitivität.
Geeignet Für Investitionen, Programme, Infrastrukturen und Portfolios, wenn alle Geldströme in einer gemeinsamen Preisbasis dokumentiert werden können.
Nicht geeignet Nicht zur Scheingenauigkeit, Personenbewertung, automatischen Tarifentscheidung oder Kompensation schwerer Schäden. Dauer / Beteiligte 90–150 Minuten für die Erststrukturierung; fachlich zuständige Personen, Betroffene und Datenverantwortliche einbeziehen. Benötigte Eingaben Wirkpfad, Systemgrenze, Vergleichsfall, direkte Nutzen und Schäden, Investition und Folgekosten, Preisbasis, Evidenz- und Unsicherheitsangaben.
Schnittstellen Vorgänger: C10 Transformationswirkungs-Logik und D08 NWI. Nachfolger: E05 Transformationsportfolio, E07 Wirkungskapital- und Investitionsgate, F14 Skalierung/Exit.
Arbeitsformel T-SROI = Σ[t=1..T](((B_direkt,t + B_transformativ,t) · a_t · (1-d_t) · (1-v_t) - S_t)/(1+r)^t) / Σ[t=0..T]((I_t + K_t)/(1+r_K)^t)
Vorgehen#
1. Schutz-Gate, Systemgrenze, Empfängerkreis und Zurechnung prüfen. 2. Investition I, Folgekosten K, direkten Nutzen B_direkt und Schaden S in Euro derselben Preisbasis erfassen. 3. Transformative Nutzen B_transformativ nur mit eigenem Wirkpfad, Vergleichsfall und Preisnachweis aufnehmen. 4. Attribution a, Deadweight d und Verdrängung v nur auf den beanspruchten Nutzen anwenden. 5. Diskontierung, Unsicherheit und die konservative Untergrenze dokumentieren. 6. Entscheidung, Auflagen und Lernschleife festhalten. Prüffragen - Welcher eigenständige Wirkpfad belegt den transformativen Nutzen? - Welche Schäden und Grenzen bleiben getrennt sichtbar?
- Ist bei Unsicherheit die Untergrenze noch positiv? Der Schaden wird nie mitgekürzt. - Falls das Schutz-Gate geschlossen ist:
blockiert oder nicht bewertbar statt positiver Kennzahl.
Kurzbeispiel zum Nachrechnen Bei offenem Gate entstehen im ersten Jahr 100 EUR direkter Nutzen, 25 EUR separat belegter Transformationsnutzen und 60 EUR Schaden. Bei 5 Prozent Diskontsatz und 50 EUR Investition heute (t=0) ergibt sich (100 + 25 - 60) / 1,05 / 50 = 1,24 EUR/EUR. Mit 20 Prozent Unsicherheitsabschlag auf den Nutzen beträgt die konservative Untergrenze ((100 + 25) · 0,8 - 60) / 1,05 = 38,10 EUR. Der Schaden bleibt dabei 60 EUR.
D09 · T-SROI – Transformational Social Return on Investment – Fortsetzung
Visualisierungs- und Canvas-Spezifikation#
Formel- und Scorecarddarstellung: geprüfte Netto-Wirkung je Investition × begründete Transformationsfaktoren; separate Risikokorrektur.
Qualitätskriterien#
Empfänger, Systemgrenzen und Referenzrahmen sind eindeutig.
Empirische Befunde, Annahmen und normative Bewertungen bleiben unterscheidbar.
Ergebnis führt zu einer klaren nächsten Entscheidung oder Lernfrage.
Positive operative Netto-Wirkung ist Voraussetzung.
Multiplikatoren sind begründet und sensitivitätsgeprüft.
Transformationsrisiken bleiben sichtbar.
Typische Fehlanwendungen und Schutzmaßnahmen#
Ergebnis nicht als endgültige Wahrheit, sondern als versionierte Entscheidungsgrundlage behandeln.
Betroffene, negative Wirkungen und Machtasymmetrien dürfen nicht durch Workshopkonsens verschwinden.
Große Visionen nicht durch hohe Multiplikatoren belohnen.
SROI-Monetarisierung nicht unkritisch übernehmen.
Quellen- und Herkunftslinie#
Interne und externe Anschlussquellen: INT-08 · INT-01 · EXT-IMP-07 · EXT-IMP-08 · EXT-IMP-10. Die WÖMS-Ausgestaltung verbindet diese Quellen mit der wirkungsökonomischen Begriffs-, Grenz-, Nichtkompensations- und Rückkopplungslogik.