WÖk-Arbeitsmodell für Dienstleistungen und Angebote
Wirkungsbasiertes Value Pricing
Wirkungsbasiertes Value Pricing ist ein WÖk-Arbeitsmodell, das den zurechenbaren ökonomischen Kundenwert einer Leistung und ihre getrennt geprüfte Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie gemeinsam in die Preisentscheidung einordnet.
Auf einen Blick
- Einordnung: WÖk-Arbeitsmodell für Dienstleistungen und Angebote im Bereich Management, Wirksamkeit und Organisation.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Value-based Pricing, Kundennutzen, Business Value.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Wirkungsbasiertes Value Pricing erweitert Value-based Pricing um eine zweite, nicht kompensierbare Bewertungsebene. Auf der ersten Ebene wird der wirtschaftliche Kundenwert einer Leistung aus einer nachvollziehbaren Zustandsveränderung und ihrer Zurechnung bestimmt. Auf der zweiten Ebene wird geprüft, welche Wirkungen und Wirkungsrisiken die Leistung im Referenzrahmen Mensch, Planet und Demokratie auslöst.
Die beiden Ebenen werden bewusst nicht zu einer einzigen Geldsumme verrechnet: Ein hoher Kundenwert kann schwere negative Wirkungen nicht ausgleichen. Die Netto-Wirkung ist daher kein automatischer Preisaufschlag, sondern eine eigenständige Qualitäts-, Schutz- und Lernbedingung. Das Modell ist eine WÖk-Arbeitslogik in Entwicklung, kein allgemeiner Marktstandard und keine automatische Preisformel.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Der Leitsatz lautet: Der Kundenwert bestimmt den ökonomischen Wert einer Leistung; die Netto-Wirkung bestimmt ihre systemische Qualität. Der Preis soll sich an einer zurechenbaren Veränderung statt allein am Aufwand orientieren. Zugleich begrenzen Nichtkompensation, Wirkungsgrenzen, Erschwinglichkeit und faire Lastenverteilung, was als wirkungsökonomisch vertretbare Preisentscheidung gelten kann.
Verwendung
Verwendung
Nur als transparentes Modell für klar abgegrenzte Leistungen verwenden. Kundenwert, Zurechnung, Wirkung, Risiken, Datenqualität, Schutzgrenzen und Preis-Korridor müssen getrennt ausgewiesen werden. Eine Wirkungserwartung bleibt Wirkungspotenzial, bis sie überprüft ist.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Value-based Pricing: Es bewertet den wirtschaftlichen Kundennutzen, aber nicht automatisch die Netto-Wirkung im MPD-Referenzrahmen.
- T-SROI oder NWI: Beide können Teile der Wirkungsbewertung unterstützen, legen aber keinen Dienstleistungspreis fest.
- True Cost Pricing oder Preisvollständigkeit: Sie behandeln die Rückkopplung gesellschaftlicher Folgen in Märkten; dieses Modell behandelt zunächst die Preisvereinbarung für eine konkrete Leistung.
- Erfolgsversprechen: Ein Preis-Korridor ist keine Garantie, dass die erwartete Veränderung eintritt.
- Kompensationsformel: Hoher Kundenwert oder positive Teilwirkung heben eine relevante Wirkungsgrenze nicht auf.
Berechnungslogik
Zwei getrennte Bewertungen, eine verantwortete Preisentscheidung
Das Modell verbindet keine Wert- und Wirkungsgrößen zu einer universellen Euro-Summe. Es prüft zuerst den zurechenbaren Kundenwert und daneben die systemische Qualität der Leistung.
- Ausgangszustand bestimmen: Kosten, Qualität, Risiko, Durchlaufzeit, Umsatz, Fehler, Fähigkeiten und relevante Wirkungsdaten vor der Leistung erfassen.
- Zielzustand und Wirkpfad festlegen: Welche Veränderung soll für den Kunden und welche möglichen Wirkungen sollen für Mensch, Planet und Demokratie entstehen?
- Zurechnung prüfen: Mit Vergleichsfall, Gegenhypothesen und Projektdaten bestimmen, welcher Anteil der beobachteten Kundenveränderung tatsächlich der Leistung zuzurechnen ist.
- Kundenwert getrennt quantifizieren: Den zurechenbaren ökonomischen Wert zum Beispiel aus vermiedenen Kosten, zusätzlichem Beitrag, reduziertem Erwartungsrisiko oder Qualitätsgewinn bestimmen.
- MPD-Wirkung getrennt bewerten: Wirkungen, Risiken, Datenqualität, Grenzen und mögliche Externalisierung mit Wirkungscontrolling und geeigneter Scorecard prüfen.
- Beständigkeit und Transformation prüfen: Bleibt die Veränderung bestehen, baut sie Fähigkeiten, Resilienz oder andere tragfähige Strukturen auf und sind solche Aussagen tatsächlich belegt?
- Fairen Preis-Korridor vereinbaren: Ein angemessener Anteil des zurechenbaren Kundenwerts kann den Preisrahmen bilden; Erschwinglichkeit, Risiko, Leistungspflichten, Verteilung und die MPD-Prüfung bleiben eigenständige Bedingungen.
Die Netto-Wirkung wird nicht in den Kundenwert eingerechnet. Verletzte Wirkungsgrenzen oder schwere nicht kompensierbare Schäden lösen keine Preisoptimierung aus, sondern eine Umgestaltung, Begrenzung oder Ablehnung der Leistung.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Doppelte Wertmessung ohne Verrechnung
Das Modell unterscheidet bewusst Kundenwert und Systemwirkung. Der Kundenwert kann als ökonomische Veränderung quantifiziert werden, soweit Daten und Zurechnung es tragen. Die Netto-Wirkung wird separat nach Mensch, Planet und Demokratie bewertet. Beide Perspektiven sind für eine verantwortete Preisentscheidung relevant, aber nicht gegeneinander aufrechenbar.
- Kundenwert: Was verändert sich wirtschaftlich für den Kunden und welcher Anteil ist der Leistung zurechenbar?
- Systemwirkung: Was verändert sich für Mensch, Planet und Demokratie, einschließlich Risiken, Nebenwirkungen und Externalisierung?
- Preis: Welcher faire Anteil des zurechenbaren Kundenwerts wird vereinbart, wenn die eigenständige Wirkungsprüfung keine untragbare Grenze zeigt?
Von der Erwartung zur überprüften Leistung
Vor Vertragsschluss liegen oft nur Annahmen zum Kundenwert und Wirkungspotenzial vor. Deshalb braucht das Modell eine Rückkopplung nach der Leistung: Daten werden mit der Baseline verglichen, Zurechnung und Nebenfolgen erneut geprüft und künftige Preis- oder Leistungslogiken bei Bedarf angepasst. Eine leistungsabhängige Vergütung kann diese Lernlogik unterstützen, ersetzt aber weder die Wirkungsprüfung noch eine faire Risikoverteilung.
- Potenziale und Versprechen klar von eingetretener Wirkung unterscheiden.
- Datenlücken, Unsicherheit und externe Mitursachen offenlegen.
- Eine erneute Prüfung darf nicht zu verdecktem Personen-Scoring oder automatischen Sanktionen führen.
Was noch methodisch zu schließen ist
Das Arbeitsmodell legt die Begriffslogik und die Prüfsequenz fest, nicht den endgültigen Rechenstandard. Für eine belastbare Anwendung sind unter anderem Regeln für Attributionsanteile, den Preis-Korridor, die Risikoteilung, Mindestdaten, Prüfverfahren, Erschwinglichkeit und branchenspezifische Scorecards weiter auszuarbeiten.
- Kein allgemeiner Prozentsatz des Kundenwerts als Preisregel.
- Keine Monetarisierungspflicht für alle MPD-Wirkungen.
- Keine Kompensation schwerer Schäden durch hohen Kundenwert oder positive Teilwerte.
Verknüpfungen